DIE JOGGINGHOSE FÜR DEN KOPF

Gold-Steaks für alle – Die Gold Spiced Grillsauce von Captain Morgan (Werbung)

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Instagram ist ein fantastisches Tool, um anderen Menschen zu zeigen, wie fantastisch man ist. Aber Insta kann noch mehr: Ein Aktionskünstler im Dienst des FC Bayern nutzte das Medium vor nicht allzu langer Zeit für eine subversive Kritik an der Schere zwischen arm und reich. Er aß ein vergoldetes Steak für 1200 EUR und regte damit die wichtige Debatte an, wie abgehoben Fußballer sein dürfen, um noch als Vorbild durchgehen zu können. Das Problem war nur: Keiner hat’s verstanden. Das ist immer das Risiko in der Kunst. Was bei Banksy gefeiert wird, sorgt bei anderen für Brechreiz.

Jetzt vollendet Captain Morgan das Werk und bietet die mit der Gold Spiced Grillsauce die Gold-Panade für Jedermann an. Die limitierte Edition kommt mit einem Schuss Captain Morgan und für die perfekte Botschaft sollte Euer Goldsteak auf einem demokratischen Einweg-Grill gebrutzelt werden. Und das sagt der Hersteller:

Für ein goldenes Steak auf deiner BBQ Party brauchst du also kein Vermögen mehr und du musst auch keine große Fußballkarriere mehr antreten, denn Captain Morgan demokratisiert das goldene Steak. Mit einer gold spiced Grillsauce kannst du endlich speisen wie ein echter Fußballstar.

Die Gold Spiced Grillsauce von Captain Morgan ist auf dasgibtesnureinmal.de erhältlich, oder Ihr gewinnt sie hier eine ganze Box bestehend aus: Captain Morgan Flasche, Gold Spiced Grillsauce, BBQ-Schürze sowie einen Pinsel zum Bestreichen der Steaks. Einfach in den Facebook-Kommentaren korrekt das Wort “Chapeau” schreiben. Wie üblich im Kapitalismus gewinnen die Schnellsten und Rücksichtslosesten.

Und nicht vergessen: „Bitte trinkt verantwortungsvoll. www.drinkIQ.de” #CaptainBBQ

Wie ein Werbebanner Deine Zukunft vorhersagen kann

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Immer wieder berichten Menschen von ominösen Werbebannern, die so gar nichts mit der aktuellen Browser-Historie oder den aktuellen Interessen zu tun haben. Möglicherweise lohnt es sich, diese Banner genau zu analysieren. Sie könnten Eure Zukunft vorhersagen. Hierzu eine Geschichte, die mich nicht loslässt:

Eine Bekannte eines Bekannten fragte mich im Januar, warum immer wieder Sonderangebote für Betten in ihren Werbe-Bannern auftauchten. Sie hatte weder danach gegoogelt, ebensowenig plagten sie Schlafstörungen oder Ähnliches. Kurz: Es gab keinen Grund, aber warum sollte sie sonst von Betten verfolgt werden? Ich sagte ihr, dass irgendetwas in ihren Datensätzen darauf schließen lässt, dass die Wahrscheinlichkeit des Kaufs eines Bettes bei ihr extrem hoch sei. Wobei es auch immer wieder Korrelationsfehler gibt und sie rein zufällig im Prognose-Cluster “Könnte bald ein Bett kaufen” gelandet ist. Um in so ein Raster zu fallen, muss man sich online nicht zwingend mit Betten, Kissen, oder Schlaftabletten auseinandersetzen. Manchmal kann die Kombination aus Spotify-Präferenzen, E-Roller-Strecken, Amazon-Retouren und verschiedenen weiteren Komponenten sein, die einen zufällig vor einem Algorithmus zum Betten-Interessenten machen. Sie kaufte sich kein Bett und dachte sich: Bei so dämlichen Algorithmen müssen wir uns vor der Machtübernahme der Maschinen nicht fürchten.

BANNER RICHTIG DEUTEN

Ein paar Monate später erfuhr sie, dass ihr Freund sie betrügt. Danach folgte die Trennung bzw. die Gütertrennung und auf einmal findet sie sich im Online-Shop von IKEA wieder und sucht nach was? Nach Betten! Natürlich kann das ein Zufall sein, aber zweifelsohne wusste ein Algorithmus schon vor ihr, dass sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Monaten trennen wird. Zur Trennung gehören immer zwei und selbstverständlich weiß jedes soziale Netzwerk, wer mit wem zusammen ist. Das geben Chatverläufe und Kontakt-Muster bequem her. Und auch wenn ihr individuelles Verhalten keine Rückschlüsse auf abkühlende Emotionen preisgab, wird es bei ihrem Partner spätestens beim Beginn der Affäre anders ausgesehen haben. Ein Algorithmus kann über Chats und Positionsdaten schnell eins und eins zusammenzählen, dass zwischen Nutzer A und B mehr als eine Freundschaft läuft. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Trennung und in der Konsequenz die Wahrscheinlichkeit der Anschaffung eines neuen Bettes. Zumindest für einen der beiden Ex-Partner in spe. Über eine semantische Analyse können Algorithmen zudem ermitteln, wie sich die Sprache verändert, wenn die Liebe schwindet. Auch Messages werden von Facebook gescannt und dank 2,3 Milliarden Gratis-Probanden verfügt das Unternehmen über genügend zwischenmenschliches Datenmaterial, um präziseste Trennungsvorhersagen zu treffen. Unter anderem.

DIE NEUE ESOTERIK

Facebook und Konsorten sind Blackboxes, daher wird man nie beweisen können, auf welcher Daten-Basis Werbebanner konkret ihre Zielperson finden. Aber möglicherweise – und ich halte es für ziemlich wahrscheinlich – kann völlig überraschend auftauchende Werbung für Betten ein Hinweis dafür sein, dass die Beziehung in Gefahr ist. Vielleicht ist das der Anfang einer neuen Form von Traumdeutung und wir alle werden in Zukunft leidenschaftlich unsere Werbebanner deuten. Ist das schon digitale Esoterik? Nein. Anders als Kaffeesätze sind Datensätze konkrete Vorhersage-Rohstoffe, für die Unternehmen Milliarden ausgeben. Ich gehe oft und gerne mit der These hausieren, dass Facebook, Google und mit Einschränkungen auch Microsoft und Amazon die ersten realen Götter sind, zumindest, wenn man unter Göttern Instanzen versteht, die mehr über uns wissen als wir selbst und zusätzlich unsere Wünsche und Entscheidungen steuern. Anders als bei den Fantasy-Göttern aus den Weltreligionen ist es hier ratsam, immer wieder zu fragen: Was will mir Facebook gerade sagen? Oder besser gesagt: Welche Annahme über mein Leben trifft die KI gerade? Warum sehe ich plötzlich Sonderangebote für Fernreisen? Befinde ich mich in einer Frühphase einer Depression oder eines Burnouts? Oder wird etwas in meinem Leben passieren, das in mir den Wunsch einer Auszeit weckt. Woher kommen die easyCredit-Banner? Werde ich meinen Job verlieren? Bleibt aufmerksam.

Das erste Ein-Quadratmeter-Haus der Welt – Die Antwort auf den Mietwahnsinn

in Browser Ballett by

Immobilienspekulanten und Airbnb-Betrüger zeigen Mieter aktuell die Arschkarte, der Trend geht entsprechend zur kleinen Pissbude und überall in Deutschlands Großstädten fragen sich die Leute zwangsläufig: Was ist eigentlich das Mindeste, was ich zum Leben brauche? Genau diese Vision haben wir mit dem Browser Ballett umgesetzt.

Das Ein-Quadratmeter-Haus sollte alle Ansprüche des anspruchslos gewordenen Mieters: Schlafen, Duschen, Kacken, Arbeiten – alles muss funktionieren. Das Ergebnis wiegt knapp 200 Kilo und darf als marktreif eingestuft werden. Hier die zentralen Features:

Kippmechanismus

Zum Schlafen kann das 1qm-Haus bequem in die Horizontale gekippt werden, die eingebaute Matratze am Rückenteil sorgt für erholsamen Schlaf.

Sanitäres

In der Decke befindet sich ein 20-Liter-Kanister, der den Duschkopf mit Wasser versorgt. Damit die Matratze dabei nicht nass wird, schützt sie ein Gummi-Rollo. Ebenso befindet sich im Boden ein Ablauf, so dass man seine Exkremente bequem aus der Kabine befördern kann. Dazu empfiehlt es sich, das 1qm-Haus über einem Gulli zu platzieren.

Energie

An der Tür befindet sich ein Solarpanel, das über einen Stromwandler am Rahmengestell die Steckdose mit genügend Power versorgt. Damit könnt ihr vom Laptop bis zur Musik-Anlage alles bequem betreiben.

Mobilität

Nichts Großes, aber ungemein praktisch, falls man sich in seinem Vierteln nicht mehr zu Hause fühlt: Die Rollen am Gestell ermöglichen jederzeit einen bequemen Umzug.

Und hier der Clou: Weil tatsächlich alle aus unserem Team über ein Obdach verfügen, wollen wir die voll funktionsfähige Bude spenden. Wer also selbst bedürftig ist, oder eine Idee hat, wen wir mit dem 1qm-Haus beglücken dürfen, schreibt mir einfach an schlecky@steinbergersilberstein.com – den Transport übernehmen natürlich wir. Und hier das Anwesen in Bewegung:

Sanifighter – Ein Game für Deutschlands Rettungskräfte

in Browser Ballett/Games by

In keinem Job kommt man menschlichem Elend näher als im Rettungsdienst. Und damit meine ich nicht den Kontakt mit Unfallopfern,  sondern mit Gaffern und Pöblern. Jeden Tag diskreditieren Menschen ihre eigene Spezies, indem sie Rettungskräfte behindern respektive attackieren. Wir vom Browser Ballett wollten dafür sowohl ein Bewusstsein schaffen, aber auch ganz einfach Danke dafür sagen, dass Ihr trotzdem unsere Leben rettet. Und zwar mit einem Game, das fast so hart ist wie die Realität:

In Sanifighter spielt ihr eine Rettungskraft auf der Partymeile, die zum einen einen Menschen reanimieren, zum anderen mit geschickten Kombos Pöbler und Störer abwehren muss. Die einen nennen es Beat’em’Up, Sanitäter nennen es Simulation. Jetzt zocken auf sanifighter.de – viel Spaß beim Highscore brechen.

Satire-Parteien machen bessere Politik als Realsatire-Parteien

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Nachdem mich viele alte Menschen angegangen haben, weil ich die Partei DIE PARTEI in einem DLF-Interview als eine der seriösesten Parteien Deutschland eingestuft habe, möchte ich tun, was man im Social-Media-Zeitalter immer tun sollte: Ich gieße Öl ins Feuer:

Die Kernfrage lautete: Wie satt und zynisch muss man sein, um in Zeiten wie diesen eine Satire-Partei zu wählen? Damit, so sind sich die Kritiker einig, verschenke man seine Stimme. Gegenfrage: Wie satt und zynisch muss man sein, um in Zeiten wie diesen CDU oder AfD zu wählen? Beide Parteien stehen in unterschiedlichen Eskalationsstufen für eine Politik, die sich nicht den Fragen unserer Zeit widmet, sondern den Umfragen unserer Zeit. Sie verstehen Politik als Game, in dem es um billig erkaufte Mehrheiten geht, ach ja: Und tüchtig Geld verdienen lässt sich damit auch noch. In der richtigen Partei kann man sich vorzüglich die Karriere in einem Aufsichtsrat zurecht legen.

So stellen viele Protagonisten beider Parteien die eigene Karriere über das Gemeinwohl und lügen, dass die Schwarte kracht. Kalkuliert biedert man sich der demografischen Mehrheit der Alten an und fühlt sich auch noch wahnsinnig clever dabei, so ein gerissenes political animal zu sein. Man möchte ihnen raten: Kauft Euch Civilization VI, wenn Ihr Bürger als Schachfiguren begreift.

All das ist bei der Partei DIE PARTEI völlig ausgeschlossen. Stattdessen orientiert man sich mit anderen Mitteln an echten Bedürfnissen und echten Missständen. Gute Satire war immer ein Brennglas auf gesellschaftliche Probleme und die werden zur Stunde von kaum einer Partei so effektiv ins öffentliche Bewusstsein gerückt wie von der Partei DIE PARTEI. Es gibt dort kein Geld zu verdienen und niemand kümmert sich um Umfragen, es zählt allein der Idealismus und die von Herzen empfundene Lust, ein politisches Bewusstsein zu schärfen, das sich insbesondere um Menschen dreht, denen das Leben nicht die besten Karten ausgeteilt hat. Wer sich hingegen das arrogant dahin gerotzte Programm der Unionsparteien zur Europawahl durchgelesen hat, dem war klar: Wer sowas wählt, der kann sich seine Stimme auch in den Arsch schieben.

Oder kurz: Ich wähle lieber eine Satire-Partei als eine Realsatire-Partei

Liebe Grüße an die DLF-Hörer. Grüßen Sie ihre Enkel von mir.

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