DIE JOGGINGHOSE FÜR DEN KOPF

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Wirtschaft - page 3

Neue Modekollektion zu teuer – Haftbefehl im Shitstorm

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Nomalerweise hat ein Haftbefehl immer den richtigen Riecher für den richtigen Move, aber jetzt hat auch der Chabo den Pöbel am Hals. Grund: Seine neue Modekollektion ist zu teuer. Mit tüchtig Tammtamm und der genialen Brudilette (Adaption der Adilette) wurde richtig Laune auf den Release gemacht und dann kostet ein “verschissener Jogginganzug” 134 EUR. Damit trat Hafti in eine der tödlichsten Fallen Deutschlands: Die Sozialdebatte. Die einen verlangen einen neuen Brudipreis, die anderen empfehlen den Freitod. Die ganze Milieustudie unter dem Post mit dem Titel “Boom! Wir sind online! Kauft das Internet leer!” gibt’s auf Facebook, wir haben die stärksten Argumente hier. Und kennen jetzt den Unterschied zwischen Kanacken, Bonzen und Kanackenbonzen.

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via blogrebellen

Deine-Mutter-Sprüche fürs Büro

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Gerade noch auf Twitter laut gesponnen, jetzt hier etwas konkreter: Deine-Mutter-Sprüche müssen endlich den Weg von den Schulhöfen in die Büros finden. Da gehören sie hin und da können sie ihr Potential am besten entfalten. Wir wollen mindestens 50 Stück für den Office-Knigge, hier die ersten 11.

yomaoffice

Ausgehault – In England müssen Youtuber per Gesetz bezahlte Beiträge kennzeichnen

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prifuck

Aus der Serie kluge Gesetze aus aller Welt: Die britische Advertising Standards Authority hat jetzt verfügt, dass Videoblogger aus UK eindeutig erkennbar machen müssen, wenn sie für Beiträge von Unternehmen bezahlt werden. Der Grund war eine Social Media Kampagne, in der Youtuber Oreos ablecken sollten – ohne dass die Zielgruppe hätte ahnen können, dass dafür satt Kohle gezahlt wurde. Seitdem zittert auch die hiesige Szene, die bislang königlich davon profitiert hat, dass unsere Politiker der Steintafel näher sind als dem Internet. Es geht um die Hauls: Youtuber schulzen fröhlich in die Kamera, was sie alles bei Primark und Rossmann geschossen haben und dabei so tun bzw. ausdrücklich versichern, sie hätten die Produkte gerade eben aus freien Stücken und mit der eigenen Kohle gekauft. Das klingt dann so:

Wir vermuten einfach mal, das ist gelogen. Die Kids ziehen sich das Video rein (in unserem Beispiel 793.236 Kids) und kriegen von ihren Youtube-Stars Produktempfehlungen en directo also ohne den fairen Hinweis “Achtung Werbung”. Im TV rollen dafür sofort die Köpfe, aber was die Politik nicht sieht, das kann sie auch nicht verhindern. Warum sind die Kids so blöd? Scheißegal, das sind halt Kinder. Die dürfen blöd sein. Warum sind Bibi und Dagi so scheiße? Die sind nicht scheiße, die machen ihren Job. Außerdem produzieren die neben den Hauls auch noch viele unkommerzielle Entertainment-Formate, über deren Qualität man streiten kann, aber darum geht’s ja nicht. Außerdem sind Youtuber in der Regel selbst noch Kinder und wer sich darüber aufregt, dass Blöde Filme für Blöde produzieren, der ist selber blöd.

Aber Erwachsene tragen eine Verantwortung, liebe Freunde des schnellen Euros. Und während man bei Primark Textil-Fabriken in Bangladesch einstürzen lässt, infiltriert man gleichzeitig perfide und verdammt noch mal absichtlich die Kids. Kann sein?

Und weil wir dieses Jahr noch kein einziges Mal abgemahnt wurden: Liebe Freunde von Primark, das ist verbrecherisch hoch zehn. Genauso wie jedes Unternehmen, das dieses Spielchen mitspielt. Nee, nee, das sind auch keine Advertorials. Ihr ballert bewusst und ohne den Anstand einer Kennzeichnung Produktbotschaften in die Kinderzimmer, um Euren Scheiß zu verdittschen. Wenn Ihr die Eier habt, machen wir einen Hangout. Aber Leute wie Ihr haben keine Eier (Abmahnung #2). Die englischen Wettbewerbshüter bringen’s auf den Punkt:

By dealing fairly and honestly with their followers, vloggers can enjoy the benefits of their commercial relationships with advertisers without alienating their fan base.

Oreo berief sich auf den Satz “Thanks to Oreo for making this video possible” in einem der Videos und fand, damit sei doch eine glasklare Kennzeichnung erbracht. die Wettbewerbshüter sagten:

Because the statements did not fully establish the commercial intent of the videos, and because no disclosures were made before consumer engagement with the material, we concluded that the ads were not obviously identifiable as marketing communications.

Solche Wettbewerbshüter wollen wir auch.


via guardian

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