DIE JOGGINGHOSE FÜR DEN KOPF

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Wirtschaft

Uploadfilter hin oder her – Niemand sollte für Google auf die Straße gehen

in Wirtschaft by

Mich wundert gerade extrem, dass so viele Künstler in der Artikel13-Debatte ihre Fresse halten. Seit über 15 Jahren trocknet vor allem Google den Kunstmarkt aus, indem das Unternehmen Werke, in denen viel Arbeit steckt, gratis feilbietet. Aber nicht nur das: Google verdient mit geschützten Werken und dem Datenaufkommen rund um diese Werke ein Heidengeld und hätte locker die Mittel, Künstlern etwas zurückzugeben. Aber Google ist auch nicht blöd: Das Unternehmen erfindet den Begriff Uploadfilter und lügt, es sei die einzige Lösung, das Urheberrecht konsequent durchzusetzen. Nutzern wird damit charmant die Pistole auf die Brust gedrückt: Entweder, Ihr stimmt Eure Politiker um, oder ihr werdet nie wieder ein Meme hochladen können.

Versteht mich nicht falsch: Alles im Internet sollte gratis sein, jeder soll alles hochladen und remixen können. Gleichzeitig könnten Künstler trotzdem Geld verdienen. Die Rechnung ginge nur nicht an Max Mustermann aus Musterstadt, sondern an Google LLC in Mountain View – das LL steht pikanterweise für limited liability. Mir stellen sich dezent die Nackenhaare auf, wenn ich sehe, dass in der Artikel13-Debatte kaum eine Sau über die mafiöse Position von Google redet. Aber warum Wut mit Wut bekämpfen, wenn sich die Dinge erklären lassen:

Nehmen wir an, der fiktive Künstler Mustermucker 3000 hat ein Musikvideo am Start und irgendwer lädt es spiegelverkehrt und verfremdet auf Youtube hoch. Der Clip knackt die 5 Millionen Views, aber niemand außer Google verdient daran. Jeder Share, jeder Kommentar, jeder Ort, von dem aus das Video gesehen wird, erzeugt ein handelbares Datenfragment und darin sind die Werbeeinnahmen noch nicht eingerechnet. Der ganze Buzz, den das Video erzeugt, zahlt nur auf ein einziges Konto ein: Das von Google.

Google hat nicht den Text geschrieben, nicht den Song komponiert, nicht das Team für den Video-Dreh bezahlt, aber das Endprodukt landet hochwertig in 4K auf einem Google-Server. Das ist gesellschaftlich akzeptierter Diebstahl. Ich wäre sogar bereit das Ganze anders zu bewerten, wenn Google keinen Cent mit geschützten Werken verdiente und tatsächlich nur das Wissen der Welt demokratisiert, wie es immer so blumig heißt. Aber der scheiß Clip wird zu Geld gemacht. Punkt. Aus diesem Grund wird es nie im Leben einen Uploadfilter auf Youtube geben. Das wäre für Google ökonomisches Harakiri.

Ich garantiere Euch: In Mountain View beugen sie sich gerade ab vor Gelächter, wenn sie sehen, wie viele Menschen in Europa dafür auf die Straße gehen, dass Google weiterhin Künstlern ihre Werke klauen darf, um damit datengestützte Vorhersageprodukte für die Wirtschaft zu entwickeln.

Wie immer war die Kommunikation rund um die Neuregelung des Urheberrechts seitens der EU erbärmlich bis suizidal, aber im Kern ging es immer darum, nicht den normalen Leuten die Memes wegzunehmen, sondern endlich mal Konzernen auf die Füße zu treten, die sich mit der Leistung anderer dumm und dämlich verdienen.

Es wird immer viel darüber räsoniert, wie viel Macht Google wirklich hat. Menschen gehen gerade für die Interessen dieses Konzerns auf die Straße. Das ist schon jede Menge Macht. Ich spüre den Umnut über diese Einschätzung und schicke nach: Auch ich würde nie CDU/CSU wählen. Aber aus ganz anderen Gründen.

Um Investoren anzulocken: Trump Tower in Toronto entfernt das Trump Logo

in Verkackt/Wirtschaft by

Das ist die vielleicht effektivste Marketing-Aktion des Jahres: Vor knapp 5 Jahren eröffnete der erste Trump Tower in Toronto. Nur wollen sich in letzter Zeit immer weniger Menschen einmieten. Hemdsärmelige Entscheidung des Managements: Macht den scheiß Namen ab!

They did it. The hotel is now called The Adelaide Hotel Toronto, and will change its name to “St Regis” once all indications of Trump involvement had been purged.

Trump, der vor allem aus unternehmerischen Gründen Präsident wurde, gibt sich verschnupft.


via boingboing

Materialismus at its best: Menschen küssen Autos vier Stunden lang

in Wahrheiten/What The Fuck/Wirtschaft by

Und heute sinkt für Sie: Das Niveau!

Warme Lippen auf kaltem Blech. Nein – das hier sind keine Bilder einer objektophilen Orgie. Das ist knallharter Kapitalismus. Und von dem sind wir ja schon so einiges gewohnt. Aber was sich neulich im Bundesstaat Texas abspielte, zeigt die kranken Auswüchse dieses Systems in einer Art und Weise, die so erschreckend wie bizarr selbst uns das Mittagessen wieder in den Mund treibt. Dürfen wir vorstellen: Das derzeit traurigste Facebook-Live-Video – ein vierstündiger Auto-Küss-Wettbewerb mit 20 Teilnehmenden. Was man halt so macht.

Über das Seelenleben der Kampfknutscher – wenn überhaupt vorhanden – wollen wir an dieser Stelle mal nicht spekulieren; meist sagen Bilder sowieso mehr als tausend Worte:

Die Leute machen das übrigens, um einen Kia Optima zu gewinnen. Und eine halbe Millionen haben sich das reingezogen. Toll.

*UPDATE* Sorry we had to end this feed but head up to the top of our page and you can see the newest feed there. KISS A KIA: Live look at 96.7 KISSFM hosting an endurance contest at Southwest Kia in Round Rock. 20 contestants put their lips on a Kia Optima beginning at 7 AM and they'll have to leave them on the car until only one person is left to win it!

Posted by FOX 7 Austin on Montag, 17. April 2017

Wir mussten übrigens ein bisschen an diese eine Black Mirror-Folge denken, in der der Premierminister im Livestream ein Schwein vögeln muss, um eine Geisel zu retten. Aber immerhin hatte der zumindest einen ehrenwerten Grund… naja, letzten Endes ist das wohl Ansichtssache. Und manche tun eben einfach alles, um ihre Ziele zu erreichen. Wie rührend.

via

Studio Bahama – So geht Social Media für Gründer

in Wirtschaft by

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Wir WIRED- und FAST-COMPANY-Leser interessieren uns immer dafür, wie Unternehmen entstehen. Und wenn es um ein Entertainment-Geschäft geht, darf der Entstehungsprozess gerne auch unterhaltsam präsentiert werden. Was das angeht kommt momentan keiner an Studio Bahama vorbei. Die zwei Gründer der frischgeborenen Theater- und Musical-Produktion langweilen ihre Follower nicht mit schnöden Blogeinträgen, oder den obligatorischen Bauhelm-Fotos, stattdessen ist jeder Schritt ein kreatives Highlight. Zum Beispiel die Beschaffung des Stammkapitals, oder der Empfang der ersten Visitenkarten.

Die STUDIO BAHAMA UG wird mit einem Stammkapital von €2 gegründet. €1 pro Gesellschafter. Diesen Euro haben wir in Form...

Posted by Studio Bahama on Sunday, December 20, 2015

Die freie Marktwirtschaft ist ein Haifischbecken und wer überleben will braucht scharfe Zähne! Dennis und Nico haben...

Posted by Studio Bahama on Sunday, January 10, 2016

Facebook Profil-Fotos vom Fachmann – Das Angebot des Tages

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Heute gratulieren wir dem Foto-Studio Schloen zum Business-Coup des Tages.

Die Menschheit ist so kaputt. Gesehen in Köln.

Posted by Amüsieren mit Tommi Schmitt on Sunday, December 6, 2015

via drlima

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