DIE JOGGINGHOSE FÜR DEN KOPF

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What The Fuck

Meinungen ändern sich – Identitäre Bewegung schmeißt sich selbst aus Vorlesung

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Heute gratuliere ich Daniel M. von der Identitären Bewegung zu einem beispiellosen Haltungsstück, das man bei bornierten Linksfaschisten lange sucht. Als der Journalist Eric Wallis vergangenes Wochenende an der Uni Greifswald über politisches Framing dozierte, platzte eine Delegation der Identitären in den Vortrag, um für Meinungsfreiheit zu werben. Wallis hätte sich zwar über eine formlose Ankündigung gefreut, bot den Störern aber trotzdem an, mit ihm zu diskutieren.

Und dann passierte etwas Beeindruckendes: Der IB-Aktivist Daniel M. griff sich energisch einen Kameraden und führte ihn entschlossen aus dem Saal. Später drehten linke Medien die Story so, als hätte die Bewegung ihren eigenen Rauswurf inszeniert, um den eigenen Opfer-Mythos zu nähren.

Ich hingegen glaube an das Gute in Daniel H. und dass er sich dachte: “Was mache ich hier eigentlich? Eines Tages werde ich keine Arbeit finden, weil sich meine Vergangenheit nicht mit den üblichen Unternehmenswerten vereinbaren lässt.”

Und dann hat er seine Meinung geändert. Gehört ja auch irgendwie zu Meinungsfreiheit dazu. Daniel M., ich finde Dich gut. Übrigens, liebe Fakten-Verdreher: An Unis gibt es gar keine Ordner. Kein Mensch ist so blöd und verkleidet einen eigenen Anhänger als Ordner, den es an Unis nicht gibt, um ihn Menschen abführen zu lassen, die Sekunden vorher zum Mitdiskutieren eingeladen wurden. Also wirklich.

Fanatismus grotesk – Erste Türken zerstören ihre iPhones

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Dass sich Menschen aus ideologischen Gründen in die Luft sprengen, hat man ja schon oft gesehen. Aber das hier zeigt, wie weit der Fanatismus Menschen bringen kann. Um Erdogan ihre Treue zu beweisen, zerstören Türken ihre iPhones. Jawohl, ihre iPhones. Und auch nicht einige wenige, sondern zahlreiche. Meine Gedanken sind bei all jenen, die nur über ein einziges iPhone verfügen und an der Frage verzweifeln, womit sie sich beim Zertrümmern filmen sollen. Andere sollen schon ihre iPhones wie Dissidenten im Keller verstecken. Und doch könnte der Trend Erdogan langfristig teuer zu stehen kommen, wenn Menschen im Wahn die Empfangs-Geräte für fanatischen Content zerstören. Das wäre von feinster Ironie. An dieser Stelle gratuliere ich unseren Enkeln zu Geschichtsbüchern, die sich wie MAD-Hefte lesen.

Die Welt muss brennen – Zuckerberg sagt Kampf gegen Fake News ab

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Über das Interview wird man in Geschichtsbüchern später häufiger reden: Mark Zuckerberg hat seinen Plan im Kampf gegen Fake News mit der Tech Journalistin Kara Swisher geteilt. Und der sieht so aus: Sollte mit der Verbreitung von Fake News ein klarer Aufruf zur Gewalt einhergehen, wird Facebook den Inhalt umgehend löschen. Ansonsten gilt weiterhin die Meinungsfreiheit, die auch dann geschützt ist, wenn Unwahrheiten verbreitet werden. Oder ums ganz klar zu machen: Facebook unternimmt nichts, solange nicht zu Gewalttaten aufgerufen wird.

Lasst mich in diesem Zusammenhang einen Blick nach Indien richten: Dort sorgt eine Fake News Welle seit Anfang des Jahres für unzählige Lynch-Morde an Unschuldigen, weil immer wieder über WhatsApp Gerüchte viral gehen, denen nach als Bettler verkleidete Organhändler im großen Stil Kinder kidnappen. Die indische Regierung musste allein dieses Jahr 65 Mal das Internet abschalten, um Schlimmeres zu verhindern. Hier verlieren Menschen ihr Leben ohne einen direkten Mordaufruf, die Behauptung von angeblichen Entführungen reichte vor zwei Wochen völlig aus, dass ein junger Mann in Karnataka von einem 2000-Mann-starken Mob gejagt und zu Tode geprügelt wurde. Menschen brauchen selbstverständlich keinen direkten Handlungsaufruf zur Gewaltanwendung, um über infame Propaganda genau zu diesem Mittel zu greifen.

Den 700.000 Rohingya, die in der Folge von Fake News aus Myanmar flüchten mussten, wurden ebenso selten direkte Gewalt angedroht. Die Unterstellung, sie würden mordend und vergewaltigend durchs Land ziehen, reichte völlig aus. Mittlerweile bestätigen sogar UN-Ermittler, dass der Schlüssel zu Eskalation der Gewalt in Myanmar Facebook-Propaganda war. Oder wie UN-Sonderberichterstatterin Yanghee Lee sagt: Facebook has turned into a beast in Myanmar.

Als Zuckerberg ganz kurz zweifelte

Vielleicht erinnern sich noch einige an den Januar 2018. Ein geläuterter oder betrunkener Mark Zuckerberg kündigte an, Fake News den Kampf anzusagen. Dazu dachte er laut darüber nach Facebook wieder zu einem Ort der Privat-Kontakte zu machen und die Reichweite von Nachrichtenangeboten und Fanpages zu Gunsten von Facebook-Freunden zu drosseln.

Am nächsten Tag war er 3,3 Milliarden (!) Dollar ärmer, weil die Börse sofort reagiert hatte. Weil das Nutzerwachstum in den Industrienationen langsam die Stagnationsphase erreicht, liegt der neue Business-Fokus schon länger in Südostasien und Afrika. Und Fake News gehören leider in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern zum interaktionsstärksten Content.

Hass ist keine Meinung

Es wäre natürlich grob zynisch, in ausgewählten Ländern gegen Fake News vorzugehen, deshalb – und der Einfachheit halber – gelten für die ganze Welt im Wesentlichen die gleichen Community Richtlinien. Ich bezweifle offen gesagt, dass Mark Zuckerberg überhaupt weiß, dass Myanmar bis 2011 von einer Militärdiktatur regiert wurde. In Ermangelung einer freien Presse galten dort Gerüchte jahrzehntelang als glaubwürdiger als die Lügen der Staatsmedien. Oder anders gesagt: Es wäre ratsam, sich mit kulturellen Unterschieden auseinanderzusetzen, bevor man ganzen Gesellschaften die soziale Atombombe Facebook ins Land pfeffert.

It gets worse

Zusammenfassend lernen wir: Facebook selbst wird Fake News laufen lassen, weil sie ein geniales Fangnetz für maximales Engagement und damit Nutzerdaten sind. Damit erklärt Zuckerberg jetzt auch offiziell die Propaganda-Ära für eröffnet und sagt durch die Blume: Freut Euch auf noch mehr Konflikte und noch mehr Fluchtursachen, wer clever ist, sichert sich Anteile.

Symbolbild Zuckerberg im EU-Parlament – A Beautiful Day

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Zuckerberg in Brüssel. Ich war dabei! ich bedanke mich bei Cecilia Wikström für dieses perfekte Symbolbild zum gestrigen Meet-and-Greet mit Mark Zuckerberg. Ein Hauch von Videodays umwehte die Anhörung, in der Politiker, die keiner kennt, endlich mal am Zeitgeschehen teilnehmen durften. Die Antwort, warum die Parlamentarier von ihren Parteien in Brüssel entsorgt wurden, brachte Zuckerberg gleich mit: Man hat sich von dem jungen Hüpfer die Bedingungen diktieren lassen, unter denen er überhaupt kommt. Natürlich hätte man diesen Affront auch beim Namen nennen können. Aber soll man wirklich aus falschem Stolz den größten PR-Termin der eigenen Karriere platzen lassen? Also wurde aus dem Kreuzverhör ein launiges Ask me Anything, bei dem Zuckerberg frei wählen konnte, welche Fragen er beantworten möchte. Wenn nach solchen Veranstaltungen alle Beteiligten sagen können “Das war ein richtig toller Tag!”, dann ist da was ganz gewaltig schief gelaufen. Ebenso, wenn man einem Outfit anmerkt, dass es in einer Zeit gekauft wurde, in der man sich eigentlich auf die Anhörung hätte vorbereiten sollen. Sie sahen trotzdem umwerfend aus, Frau Wikström.

Anarchy in the UK – England führt Porno-Führerschein ab 18 ein

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Der Brexit war schon ein Einschnitt, aber jetzt trifft es England knüppelhart: Im Kampf gegen die Onanie und die Verrohung der Sitten wird noch dieses Jahr ein Gesetz greifen, das den Konsum von Pornografie erst ab 18 erlaubt. Millionen junger Männer werden ihrer Pubertät beraubt, erste Beobachter fürchten einen Bürgerkrieg. Denn wenn jemand die Welt brennen sehen will, dann waren es immer junge Männer mit Samenstau. Ob England dem Chaos und dem Terror durch aufgekratzte Jugendliche entgehen wird, hängt ganz von der Konsequenz des Staates ab. Sollte es sich um Symbolpolitik handeln, wird man mit einem VPN-Service die Porno-Sperre bequem umgehen können. Wobei wir hier die gemeinste Diskriminierung der Armen registrieren, die sich ein grausamer Staat ausdenken kann. Wir alle wissen, dass nur ein kostenpflichtiger VPN-Service für Videoinhalte in bester Qualität geeignet ist. In Zeiten von 4K-Porn kann das ganz schön ins Geld gehen. Beschaffungskriminalität unter Jugendlichen kann und wird ein Thema sein. Wer 18 oder älter ist sollte sein Alter zunächst über die Kreditkartennummer nachweisen, nur besitzen über 40 Prozent aller Briten keine Kreditkarte. Also hat man sich etwas ganz Cleveres ausgedacht: Zeitungskioske sollen Porno-Pässe gegen die Vorlage eines Ausweises herausgeben. Laut Telegraph sollen die Pässe auch noch satte 10 Pfund kosten. Das sind über 11 Euro! Wir beobachten hier, wie sich ein Land ohne Not ins Chaos stürzt. Ich kann die brennenden Straßensperren schon riechen. Diese ehemals große Nation. Man möchte weinen.

via the telegraph

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