DIE JOGGINGHOSE FÜR DEN KOPF

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Skandal

Der Skandal seid Ihr – Der offene Brief, den ich mir von Zuckerberg gewünscht hätte

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Datenskandal! Miese Hacker-Tricks! Unentschuldbares Datenleck! Ich hatte in der vergangen Woche viele Interview-Anfragen zum vermeintlichen Facebook-Cambridge-Giganto-Skandal. Ich fand’s jedoch viel spannender zu beobachten, wie die ganze Sache von der Öffentlichkeit aufgefasst wurde. Das war nämlich mein persönlicher Mittelalter-Moment. Menschen fühlten sich von einem finsteren Fluch übermannt und retteten sich in die Esoterik, weil sie die Welt, in der sie leben, nicht mehr verstehen: Mit okkulten Hacker-Riten schlossen Facebook und Cambridge Analytica einen finsteren Pakt, um die Massen zu verzaubern. Facebook war schlau genug, genau diese Geschichte mit einem Schuld-Eingeständnis im Rahmen einer klassischen Entschuldigung in ganzseitigen Anzeigen in den größten englischen Zeitungen zu unterstützen. Denn ein Fehler suggeriert: Das ist nicht die Regel, das war ein Ausrutscher, sowas passiert normalerweise nicht. BULLSHIT.

Hier der offene Brief, den ich mir gewünscht hätte. Und – glaubt es, oder nicht – es hätte Facebook nicht geschadet:

Mehr zu Dingen, die jeder wissen kann und wissen muss, aber nicht wissen soll, lest Ihr in meinem Buch Das Internet muss weg, das ich übrigens geschrieben habe, weil ich dachte, ich weiß alles. Um dann bei der Recherche zu verstehen: Oh Shit! Ich wusste gar nichts.

Die Mutter aller Gentrifizierer – Ein Prenzlberger macht ernst

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Ein Bezirk ist runtergerockt, die Mieten sind erschwinglich, chronisch arme Kulturschaffende richten sich ein, Kultur entsteht, der Bezirk floriert, Yuppies wollen mit Künstlern abhängen und ziehen zu, die Mieten passen sich der Kaufkraft der Yuppies an, Yuppies wollen abends in Ruhe schlafen, Yuppies klagen gegen Kulturschaffende, Kulturschaffende schließen ihre Läden und hauen ab.

Das ist Gentrifizierung. Der Prenzlauer Berg in Berlin gilt weitesgehend als durchgespielt im Sinne der Gentrifizierung, so haben Anwohner das legendäre Knaack per Richterbeschluss dazu verdonnert, die Mucke auf Zimmerlautstärke zu spielen – 2010 machte der Club logischerweise dicht. Der noch legendärere Klub der Republik schloss zwei Jahre später, damit war die Party eigentlich vorbei.

Aber es gibt immer noch einen Kämpfer oder eine Kampferin, der/die in eine Ausgehmeile zieht, um sich hinterher über den Lärm zu beschweren. Folgender Aushang im Umfeld der Kulturbrauerei gehört eigentlich ins Deutsche Historische Museum.


FOTO: Steffen Laube

Deshalb und nicht nur deshalb gilt: Degentrifizierung ernst nehmen.


via blogrebellen

Herren-Protest: Röcke tragen, wenn Dresscodes kurze Hosen verbieten

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Das ist unerhört: Der Dresscode für Busfahrer in Nantes schreibt Männern ein langes Beinkleid vor, während Busfahrerinnen Röcke tragen dürfen. Und das bei Rekordtemperaturen! Männerverbände drehen durch, unterdessen demonstrieren die Busfahrer aktuell gegen das Verbot von kurzen Hosen, indem sie Röcke bei der Arbeit tragen.

Noch grotesker ist das Bild in England. Der Call Center Agent Joey Barge kam mit kurzer Hose zur Arbeit und wurde wieder nach Hause geschickt. Richtig gehört: Barge arbeitet in einem Callcenter. Er kam also in einem raffinierten Teil seiner Freundin wieder. Unterdessen mehreren sich die Berichte von Solidarisierungsaktionen in Frankreich und England. Wer dort also Männer in Röcken sieht: Es geht um um Arbeitnehmerrechte.


via mashable

Brief an den Fahrraddieb

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Langjährige Leser kennen unsere drei Grundwerte: Das Bekenntnis zur Freiheit, zu Holland sowie die Ablehnung von Religion und Fahrraddieben. Letzterer hatte vorvergangene Woche zugeschlagen und meine Klapperkiste gezockt. Für den alten Hobel kriegt man nicht mal eine halbe Spritze, deshalb habe ich mir ja extra etwas Unprätentiöses zugelegt. Das Rad war seit 2005 in meinem Besitz und ich kann sagen, ich habe es geliebt. Es war nicht schön, nicht schnell und hat sich auch eher scheiße Gefahren. Aber es war meines und man gewöhnte sich aneinander. Das Rad wurde etwas wie ich und ich wurde über die Jahre ein wenig wie das Rad. Die Tiefe einer solchen Beziehung kann kein Strauchdieb ermessen. Die Wut über den Verlust auch nicht. Ab heute werde ich mit den bescheidenen Mitteln meiner Reichweite einen Krieg führen, den ich nicht begonnen habe. Ich werde mich mit Unternehmen treffen, die sich mit dem Thema Fahrraddiebstahl auseinandersetzen, ich werde Politiker unter Druck setzen, ich werde mit Forensikern und Psychologen sprechen. Du, mein geliebtes Froschrad, bist nicht umsonst geklaut worden. Und alles beginnt mit diesem Song:

Neulich vor Gericht

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Heute appellieren wir an die Justiz: Wenn Ihr jemanden mit Substanzen erwischt, die nicht mit dem deutschen Betäubungsmittelgesetz vereinbar sind, dann lasst die armen Menschen doch wenigstens noch das Zeug ballern. Die Strafe könnt Ihr doch so oder so verhängen. Und Ihr entlastet die Asservatenkammer.


via bumpel

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