DIE JOGGINGHOSE FÜR DEN KOPF

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Das erste Ein-Quadratmeter-Haus der Welt – Die Antwort auf den Mietwahnsinn

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Immobilienspekulanten und Airbnb-Betrüger zeigen Mieter aktuell die Arschkarte, der Trend geht entsprechend zur kleinen Pissbude und überall in Deutschlands Großstädten fragen sich die Leute zwangsläufig: Was ist eigentlich das Mindeste, was ich zum Leben brauche? Genau diese Vision haben wir mit dem Browser Ballett umgesetzt.

Das Ein-Quadratmeter-Haus sollte alle Ansprüche des anspruchslos gewordenen Mieters: Schlafen, Duschen, Kacken, Arbeiten – alles muss funktionieren. Das Ergebnis wiegt knapp 200 Kilo und darf als marktreif eingestuft werden. Hier die zentralen Features:

Kippmechanismus

Zum Schlafen kann das 1qm-Haus bequem in die Horizontale gekippt werden, die eingebaute Matratze am Rückenteil sorgt für erholsamen Schlaf.

Sanitäres

In der Decke befindet sich ein 20-Liter-Kanister, der den Duschkopf mit Wasser versorgt. Damit die Matratze dabei nicht nass wird, schützt sie ein Gummi-Rollo. Ebenso befindet sich im Boden ein Ablauf, so dass man seine Exkremente bequem aus der Kabine befördern kann. Dazu empfiehlt es sich, das 1qm-Haus über einem Gulli zu platzieren.

Energie

An der Tür befindet sich ein Solarpanel, das über einen Stromwandler am Rahmengestell die Steckdose mit genügend Power versorgt. Damit könnt ihr vom Laptop bis zur Musik-Anlage alles bequem betreiben.

Mobilität

Nichts Großes, aber ungemein praktisch, falls man sich in seinem Vierteln nicht mehr zu Hause fühlt: Die Rollen am Gestell ermöglichen jederzeit einen bequemen Umzug.

Und hier der Clou: Weil tatsächlich alle aus unserem Team über ein Obdach verfügen, wollen wir die voll funktionsfähige Bude spenden. Wer also selbst bedürftig ist, oder eine Idee hat, wen wir mit dem 1qm-Haus beglücken dürfen, schreibt mir einfach an schlecky@steinbergersilberstein.com – den Transport übernehmen natürlich wir. Und hier das Anwesen in Bewegung:

Sanifighter – Ein Game für Deutschlands Rettungskräfte

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In keinem Job kommt man menschlichem Elend näher als im Rettungsdienst. Und damit meine ich nicht den Kontakt mit Unfallopfern,  sondern mit Gaffern und Pöblern. Jeden Tag diskreditieren Menschen ihre eigene Spezies, indem sie Rettungskräfte behindern respektive attackieren. Wir vom Browser Ballett wollten dafür sowohl ein Bewusstsein schaffen, aber auch ganz einfach Danke dafür sagen, dass Ihr trotzdem unsere Leben rettet. Und zwar mit einem Game, das fast so hart ist wie die Realität:

In Sanifighter spielt ihr eine Rettungskraft auf der Partymeile, die zum einen einen Menschen reanimieren, zum anderen mit geschickten Kombos Pöbler und Störer abwehren muss. Die einen nennen es Beat’em’Up, Sanitäter nennen es Simulation. Jetzt zocken auf sanifighter.de – viel Spaß beim Highscore brechen.

Sehe ich etwa aus wie ein Nazi? Woran man Nazis wirklich erkennt

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Um nichts rankt sich in Deutschland mehr Verunsicherung als um den Nazi-Begriff. Wir sind geradezu besessen davon, eine allgemeingültige Sprachregelung zu finden, wer Nazi ist und wer nicht. Am besten per Siegel oder Gutachter-Kommission. Fakt ist: Das Outfit ist nicht entscheidend. Und doch stellen viele Nazis in Deutschland jeden Tag die magische Frage: Sehe ich etwa aus wie ein Nazi? Man muss sich diese Frage auf der Zunge zergehen lassen, bedeutet sie doch, dass man sein Gedankengut mit dem Outfit, den Schuhen, womöglich sogar mit der Frisur wechseln kann. Das Gegenteil ist richtig. Die Geisteshaltung ist bei den meisten Nazis stabil, nur die Outfits wechseln. Kommen wir zurück zur Nazi-Frage.

Nazi ist jeder, der damals dabei gewesen wäre.

Ist doch logisch. Für alle, die immer noch glauben, man erkennt Nazis am Look, haben wir vom Browser Ballett ein kurzes Theaterstück geschrieben. Danke an Wolfgang Bahro fürs Mitmachen.

Mit diesem Team kriegt jeder einen Grimme-Preis – Ein Dank an die stillen Kollegen

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Die schlimmste GEZ-Marionette von allen musste natürlich auch ihre Fresse in die Kamera halten. Daneben: Dunja Hayali (2.v.l.)

Branchen-Insider haben’s registriert: Am vergangenen Freitag durfte ich in den heiligen Hallen des Marler Theaters meinen ersten Grimme-Preis für das Browser Ballett aus den Händen Dunja Hayalis reißen. Besagte Insider werden ebenso registriert haben, dass ich da oben nicht allein stand.

Noch immer ranken sich viele Mythen um unsere Besetzung, was auch daran liegt, dass sich meine wichtigsten Partner mit einer Zurückhaltung strafen, die man sonst nur von nordkoreanischen Apparatschiks kennt. Aber ohne Euch wäre ich genauso unbekannt wie Ihr. Ich danke:

RAPHAEL SELTER

Mein Autor und Haus-Regisseur für die dicken Bretter ist mehr als meine rechte Hand, sondern Head of Qualitätskontrolle, der im kreativen Hintergrund mehr Fäden zieht als jeder Schönheits-Chirurg. Um bei der Metapher zu bleiben: Der Grund, warum unsere Clips so aussehen wie sie aussehen ist Raphael Selter himself. Er hat das Konzept “Großes Kino für kleine Bildschirme” geprägt und schafft es immer wieder aus deutschen Budgets einen Hauch von Hollywood zu kitzeln. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber im Zweifel vertraue ich Deiner und genieße den Fame. Hier geht’s zum Portfolio von Raphael Selter.

CHRISTINA SCHLAG

Frauen in der deutschen Comedy sind wie Winzer im Islamischen Staat. Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht wie ein Irrer freue, dass Du meine Gags schreibst. Und formidabel Regie führst. Und fantastisch spielst. Du siehst Dinge zwischen den Dingen und bist mit Deiner Beobachtungsgabe die Mutter unserer Themenauswahl. Du verweigerst Dich aufs Erfrischendste dem Reflex, über Follower zum Erfolg zu kommen, weil Du nur eine Währung kennst: Ehrliche, harte Arbeit mit dem Ethos einer Trümmerfrau. Hier geht’s zum Portfolio von Christina Schlag.

Desweiteren danke ich meinen Autoren Jette und Tim dafür, jeden Tag die Ideenmaschine anzukurbeln und sich auch für die kreative Drecksarbeit nie zu schade zu sein. Ohne Euch würde gar nichts gehen. Genauso wenig ohne unsere 16V-BiTurbo-Produktionsstrecke (Laura, Hala, Isabell, Till), die es immer wieder schafft, in der Zeit zurückzureisen, um große Sets über Nacht aufzustellen. Faszinierend. Danke auch an Stefan, dem filigransten Cutter der westlichen Hemisphäre, der unsere Clips so oft schauen muss, bis er sie scheiße findet. Was ein tragischer Job. Ebenso danke ich unserem Art-Direktor-Regisseur-Motion-Design-Story-Taschenmesser Niklas sowie allen Freelance-Söldnern und den Darstellern, von denen viele schon zum Ensemble gehören. You know, who you are, Manfred. Damit der ganze Laden läuft, steht mit meinem Partner und Produzenten David Steinberger ein Hybridwesen aus Mensch und Zen-Garten am Steuer.

Hab ich von Harald Juhnke gelernt: Auf Fotos sieht man nicht, dass dich die anderen stützen

Am Ende gibt es in Deutschland viele geile Leute mit vielen geilen Ideen, die leider keiner sieht, weil Rundfunkanstalten traditionell, sagen wir mal, risikoavers sind. Wir hatten unfassbares Glück mit Florian Hager und Philipp Schild von funk sowie dem SWR, wo sie mit Programmbeschwerden für das Browser Ballett ganz Baden-Baden tapezieren könnten.

Und dann wäre da noch das Grimme-Institut als eine der letzten Institutionen zu nennen, die noch über eine ordentliche Fachjury zum Ergebnis kommen. Nicht über Verkaufszahlen, würdelose Follower-Votings, oder Promi-Vasallentum. Zu viele Preise gibt es nur noch, damit irgendein SUV unter allen Voting-Teilnehmern verlost werden kann, deshalb macht uns der Grimme-Preis besonders stolz. So.

Greta Thunberg ist die größte CO2-Schleuder der Welt – Argumente aus der Hölle

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Ich hab ja in Sachen Social-Media-Wahnsinn schon viel gesehen, aber dass erwachsene Männer ein Kind beschimpfen, dass sich um die eigene Zukunft sorgt, ist die neue Benchmark. Zum Floskel-Paket älterer Generationen gehörte seit Anbeginn der Menschheit “Meine Kinder sollen es mal besser haben als ich”. Aber auch diesen, über alle ideologischen Grenzen hinweg gültigen Grundsatz, haben die Filterblasen dieser Welt aus den Gehirnen der Geringsten radiert. Spannend war in den Kommentarspalten die Argumentationsführung der Thunberg-Gegner, denn anders als bei den Themen Migration und Sicherheit, lässt die Kritik an Greta Thunberg gar nicht so viel Spielraum zu. Und so erlebten wir die Sternstunde einer der beliebtesten rhetorischen Figuren des Social-Media-Zeitalters: Das tu-quoque-Argument.

Tu-quoque (Du auch) möchte dem Mahner die Qualifikation für sein Urteil entziehen, in dem man ihm oder sie in der Regel spitzfindig vor Augen führt: Du machst es auch nicht besser. Stichwort: Wasser predigen, Wein trinken. In der Folge fanden die Social-Media-Ermittler tonnenweise Indizien, die Greta Thunberg in Sachen Umweltbewusstsein in die Nähe der Volksrepublik China rückten. Mit dem Browser Ballett sind wir tief in den Schlick dieses Schwachsinns getaucht und haben aus den wahnsinnigsten Perlen der Argumentation eine Zusammenfassung gebaut, die nur einen Schluss zu lässt: Die größte Bedrohung für den Planeten ist Greta Thunberg selbst.

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