DIE JOGGINGHOSE FÜR DEN KOPF

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Bildung

Lustlos, antriebslos, reizbar – Auch Männer kriegen ihre Tage (WERBUNG)

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MediaMarkt präsentiert mit den #Männertagen die männliche Antwort auf die klassischen “Tage der Frau”, doch was wie Marketing-Wischiwaschi klingt, wurde löblich beim Marktforschungsinstitut Kantar Emnid in Auftrag gegeben. Unter anderem lernen wir, dass uns Testosteron nicht nur zu diesen unzerstörbaren Reproduktionsmaschinen macht, das Hormon hat auch seine Schattenseiten: Testosteron ist nachweisbar bei 64 Prozent aller Herren für Stimmungsschwankungen verantwortlich, die sich durch leichte Reizbarkeit, beschissene Laune und Antriebslosigkeit auszeichnen. Nur leider kann man diese ganz speziellen Tage nicht im Kalender antizipieren, was Männertage um einiges tückischer macht.

Umgehen mit hormonbedingten Stimmungsschwankungen

Früher sind betroffene Männer in den Wald gegangen, haben im Blut ihrer Gegner gebadet und übernachteten drei Tage im Kadaver eines Bisons – danach waren sie wie ausgewechselt. Heute – so fand Kantar Emnid heraus – legen sich 30 Prozent aller Männer auf die Couch und werfen die Glotze an. 29 % drehen Musik auf, 12 % kaufen sich das neueste Game und vernichten ihre Gegner virtuell, weitere 12 % schauen Pornos, 11 % setzen auf Action- oder Horrorfilme. Ergo ist MediaMarkt so etwas wie das Müttergenesungswerk für Männer. Schön hergeleitete Kampagne, für die ich 3 MediaMarkt Gutscheine im Wert von je 100 Euro verlose. Einfach eine kurze Mail mit dem Betreff “Ich kann nicht mehr” an schlecky@steinbergersilberstein.com flanken und die schnellsten kriegen den Zuschlag. UPDATE: Alle Gutscheine sind verlost.

Ambiguitätstoleranz – Mein Wort des Jahres

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Der Kollege Friedemann Karig war auf einem Gymnasium in Bayern, ich in Bremen, weiter kann man intellektuell in Deutschland nicht auseinander liegen. Umso glücklicher bin ich, von ihm mein neues Lieblingswort gelernt zu haben. Voilà:

Hier ein Praxisbeispiel:

Es geht also um das klassische Einerseits-Andererseits, das für weit über 99 Prozent aller Probleme gilt. Allerdings erreichen Beiträge mit einer kerzengeraden Aussage signifikant höhere Interaktionsraten auf Facebook und Twitter und so gewöhnen sich die Älteren langsam die differenzierte Betrachtung der Dinge ab, Jüngere lernen von Anfang an die Debatte über Extrempositionen. Ein schönes Beispiel konnte man in der vorletzten Ausgabe der ZEIT lesen. Dort wagten die Autoren eine Pro-und-Contra-Gegenüberstellung zur Frage der privaten Seenotrettung. Die arme Mariam Lau hatte die undankbare Aufgabe unter der Headline “Oder soll man es lassen?” die Fallstricke der privaten Seenotrettung aufzuzählen. Natürlich ist die Hölle über ihr eingebrochen, dabei war es in der Print-Ausgabe genau der Sinn der Übung, auf einer Seite die zwei Seiten der Debatte abzubilden. Mangelnde Ambiguitätstoleranz ist also mitnichten ein Problem des Bildungsniveaus. Eitelkeit kennt keinen Schulabschluss.

Die Zielfunktion unseres inneren Algorithmus lässt uns völlig nachvollziehbar so viel positive Resonanz wie möglich suchen. Dabei lernen wir automatisch, welche Verhaltensweisen uns mehr davon davon bringen. Eine Einerseits-Andererseits-Argumentation verspricht die niedrigste Wahrscheinlichkeit auf Likes, Shares etc., aber wir dürfen im Eifer des Gefechts nicht vergessen, dass viele, die nur das Einerseits auf Twitter bemerken, sich dem Vorhandensein des Andererseits durchaus bewusst sind. Es gibt nur keinen Grund, sich mit Ambiguität die Reichweite zu vermasseln. Im Internet geht es nicht um Einzelne, sondern um statistische Mehrheiten und hier tendiert die Debatte sichtbar und folgerichtig zur Ein-Faktor-Haltung.

Die extremen Ränder Deutschlands nutzen Sprache, um über neue Schlagbegriffe Stimmungen zu steuern. Das können wir auch: Ich rege herzlich an, dieses schöne Wort Ambiguitätstoleranz zu lernen und so oft wie möglich zu verwenden. Man wirkt ungemein schlauer und rettet aktiv die Diskussionskultur. Ambiguitätstoleranz. Ambiguitätstoleranz. Ambiguitätstoleranz.

Wie eine bescheuerte Debatte entsteht am Beispiel von Claudia Neumann

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Man will in diesen Tagen nicht Claudia Neumann sein. Überhaupt will man kein nationales Debatten-Thema sein, nur weil man seinen Beruf ausübt. Die Frage bleibt: Wie konnte die Debatte, ob Claudia Neumann den Männersport Fußball kommentieren darf, überhaupt so groß werden? Um diese Frage zu beantworten, habe ich mir erlaubt, das fiktionalisierte Ereignis auf zwei verschiedene Punkte auf einer Zeitachse zu legen.

1999

Werner Hollmann sieht im TV, dass eine Frau ein Spiel der der Männer-Nationalmannschaft kommentiert. Es missfällt ihm. Aber was soll man machen?

2018

Werner Hollmann sieht im TV, dass eine Frau ein Spiel der Männer-Nationalmannschaft kommentiert. Es missfällt ihm. Er schreibt auf Twitter “Frauen haben im Männersport Fußball nichts verloren” und hofft auf Resonanz.

30 Männer sehen den Tweet unter dem Hashtag WM2018 und freuen sich, dass da draußen jemand genau so denkt wie sie. Sie retweeten und hoffen auf Resonanz.

Die linksliberale Grafikerin Eva Blücher sieht den Tweet und schreibt “Es kann nicht sein, dass wir 2018 noch eine Debatte darüber führen, ob eine Frau ein Fußballspiel kommentieren darf” und hofft auf Resonanz.

Der Journalist Julian Schmeichelt sieht den Blücher-Tweet und freut sich über ein Thema, das immer geht. Er verfasst einen Artikel mit dem Titel “Shitstorm gegen WM-Kommentatorin Claudia Neumann”, weil Shitstorm ein aufmerksamkeitsstarkes Headline-Schlagwort ist. Er und sein Verlag hoffen auf Resonanz.

Der ehemalige Fußballprofi und Weltmeister von 1990, Uwe Bank, liest den Artikel und witzelt auf Twitter: Ich bin seit 30 Jahren verheiratet und weiß: Nichts können Frauen besser als Männer kommentieren. Er hofft auf Resonanz.

Die Grünen-Politikerin Petra Klamm-Rothberger entscheidet sich dafür, den Witz des Ex-Profis als Statement zu verstehen und antwortet via Twitter: “Schön wie hier 41 Millionen Frauen pauschal als Tratschweiber ohne höhere Qualifikation gebrandmarkt werden!” und hofft auf Resonanz.

Der TAZ-Journalist Etienne Buhlmann bittet Klamm-Rothberger zu einem Interview über strukturellen Alltags-Sexismus und den Stand der Männerdomäne Fußball im Jahr 2018. Die Resonanz gibt ihm Recht.

Der gut vernetzte Montags-Demo-Organisator Ulf Sachse teilt den TAZ-Artikel und kritisiert die Durchpolitisierung von allem durch die hysterische Linke. Er hofft auf Resonanz.

Die Satiriker-Truppe Bonanza Brüller Ballett stellt einen Clip ins Netz, in dem die Claudia Neumann wie ein naives Dummchen kommentiert. Man hofft auf Resonanz.

Der Student Marcel Krüger richtet eine Petition ein: Claudia Neumann muss das WM-Finale kommentieren. Binnen Stunden unterschreiben und teilen 12.000 Menschen die Petition und hoffen auf Resonanz.

Nach Wochen des Schweigens gibt Claudia Neumann der ZEIT ein Interview, in der sie ihre Kritiker aufruft: Bildet Euch weiter!

Werner Hollmann ist glücklich. Er hat eine nationale Debatte losgetreten. Die Resonanz ist überwältigend.

Norman – Wissenschaftler entwickeln die erste psychopathische AI

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Es heißt gemeinhin, eine mächtige künstliche Intelligenz könne die letzte Maschine sein, die der Mensch selbst erfinden muss. Das kann bedeuten, dass von da an eine KI unsere Probleme löst, es kann aber auch bedeuten, dass von da an eine KI uns löst. Das MIT arbeitet aktuell an einer Bilderkennungs-KI, die alles mit dem Tod kontextualisiert. Und weil man beim MIT Humor hat, trägt die KI den Namen Norman. Was schwachsinnig klingt, dient in Wirklichkeit dem wichtigen Thema KI-Sicherheit und soll demonstrieren, was passiert, wenn ein KI unbedacht entwickelt wird. Ich würde analog dazu gerne eine KI sehen, die alles, was sie sieht in einen sexuellen Kontext stellt. Name: Ralf. Wer sich ein bisschen mit der Thematik auskennt, meldet sich bei schlecky@steinbergersilberstein.com

Norman is an AI that is trained to perform image captioning; a popular deep learning method of generating a textual description of an image. We trained Norman on image captions…dedicated to…the reality of death. Then, we compared Norman’s responses with a standard image captioning neural network (trained on MSCOCO dataset) on Rorschach inkblots; a test that is used to detect underlying thought disorders.


via geekologie

Crotalus D12 – Mehr Medikament braucht kein Mensch

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Wie wir alle wissen, knetet die Pharma-Lobby mit ihrer Symbolmedizin jeden Tag Millionen Euro aus leichtgläubigen Patienten heraus. Ich habe immer ein paar Crotalus D12 im Portemonnaie. Gerade, wenn einem das Blut aus Ohren und After läuft, gibt es nichts Besseres. Aber nicht mehr als 5 Kügelchen alle 10 Minuten.


via kfmw

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