DIE JOGGINGHOSE FÜR DEN KOPF

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Schlecky Silberstein

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Greta Thunberg ist die größte CO2-Schleuder der Welt – Argumente aus der Hölle

in Browser Ballett by

Ich hab ja in Sachen Social-Media-Wahnsinn schon viel gesehen, aber dass erwachsene Männer ein Kind beschimpfen, dass sich um die eigene Zukunft sorgt, ist die neue Benchmark. Zum Floskel-Paket älterer Generationen gehörte seit Anbeginn der Menschheit “Meine Kinder sollen es mal besser haben als ich”. Aber auch diesen, über alle ideologischen Grenzen hinweg gültigen Grundsatz, haben die Filterblasen dieser Welt aus den Gehirnen der Geringsten radiert. Spannend war in den Kommentarspalten die Argumentationsführung der Thunberg-Gegner, denn anders als bei den Themen Migration und Sicherheit, lässt die Kritik an Greta Thunberg gar nicht so viel Spielraum zu. Und so erlebten wir die Sternstunde einer der beliebtesten rhetorischen Figuren des Social-Media-Zeitalters: Das tu-quoque-Argument.

Tu-quoque (Du auch) möchte dem Mahner die Qualifikation für sein Urteil entziehen, in dem man ihm oder sie in der Regel spitzfindig vor Augen führt: Du machst es auch nicht besser. Stichwort: Wasser predigen, Wein trinken. In der Folge fanden die Social-Media-Ermittler tonnenweise Indizien, die Greta Thunberg in Sachen Umweltbewusstsein in die Nähe der Volksrepublik China rückten. Mit dem Browser Ballett sind wir tief in den Schlick dieses Schwachsinns getaucht und haben aus den wahnsinnigsten Perlen der Argumentation eine Zusammenfassung gebaut, die nur einen Schluss zu lässt: Die größte Bedrohung für den Planeten ist Greta Thunberg selbst.

Vaper sind die neuen Veganer – Eine Polemik

in Drogengebrauch by

Strawberry-Ingwer, Macadamia-Gummibärchen, Cola-Calamares, man läuft dieser Tage durch unterschiedliche Aroma-Schwaden aus den Lungen von Menschen, die sich das Rauchen abgewöhnen wollen. Vaporizer und E-Zigaretten sind auf dem Siegeszug und doch wirken sie im Stadtbild wie eine real gewordene Vision aus einer Zukunfts-Parodie aus den Achtzigern.

Menschen kauern an Flughäfen über ein 0,5-Meter-Mikro-USB-Kabel mit einer Steckdose verbunden und saugen an einem blinkenden Kolben aus gebürsteten Aluminium. Dieser Text soll keine Eloge auf die gute alte Zigarette werden. Und doch steht es außer Frage, dass die Zigarette ihrem Nutzer mehr Würde verlieh als ein Vaporizer mit dem Namen Velociraptor GTX Vapeman.

Die Zigarette macht tot, deshalb raucht man sie. Daher kommt die Gefahr, das Verruchte und der Shortcut zum Erwachsenwerden. Es ist gleichzeitig auch die dümmste Alltagsdroge der Welt und wer raucht, jagt nicht nur ein teuflisch hohes Krebsrisiko, er lässt sich auch von der Industrie nach Strich und Faden verarschen.

Aber Hand aufs Herz: Kann sich jemand James Dean oder Helmut Schmidt mit Vaporizer vorstellen? Ich auch nicht. Die Zigarette war und ist das dümmste Lifestyleprodukt aller Zeiten, aber immerhin ein Lifestyleprodukt. Denn das ist der Unterschied: Eine E-Zigarette oder ein Verdampfer ist kein Lifestyleprodukt. Es funktioniert einfach nicht. Nicht mal Werbemillionen können die Dinger dazu machen.

Man glaubt den Testimonials auf den Plakaten nicht für fünf Sekunden, dass sie je eine E-Zigarette anrühren würden. Vielmehr wirkt es auf den Betrachter unfassbar befremdlich einen vermeintlich belesenen, weltgewandten Herren im Dreitagebart mit einer E-Zigarette zu sehen. Man möchte dem Modell zurufen: Bist Du blöd? Warum rauchst auf einmal E-Zigaretten? Und warum ist da keine Berufsschule im Hintergrund? Solche Motive kennt man üblicherweise aus der Kunst, wenn es darum geht, den Betrachter bewusst zu verwirren.

Mir suggeriert die E-Zigarette, dass da jemand nicht so richtig weiß, was er will. Solche Leute haben immer einen akkurat rasierten Intimbereich und stellen Deko-Objekte auf sämtliche Freiflächen in ihrer Wohnung. Sie wechseln ihre Meinungen überdurchschnittlich häufig und genießen nichts leidenschaftlicher als sich über ihren Arbeitgeber aufzuregen, bei dem sie nie kündigen würden. Das ist nur meine persönliche Einschätzung, aber mein Gefühl sagt mir, damit nicht ganz allein zu sein. Nichts liegt mir ferner als irgendwen zu beleidigen. Ich will lieber dazu aufrufen, ganz mit dem Quarzen aufzuhören, oder gar nicht. Aber vapen ist keine Option. Außerdem sieht es extrem scheiße aus.

Den Habeck machen – Wir brauchen ein Social-Media-Verbot für Abgeordnete

in Politik by
FOTO: Olaf Kosinsky CC BY-SA

Hä? Der von vielen als einer der progressivsten Politiker Deutschlands gerühmte Grünen-Chef will seine Social Media Kanäle kappen? Ist der übergeschnappt? Vielleicht ist die Entscheidung so mindblowing progressiv, dass wir sie erst später verstehen. Für mich ist Habeck jetzt schon der Mann des Jahres, weil er möglicherweise unfreiwillig eine der überfälligsten Debatten überhaupt angeschoben hat: Wie hilfreich sind tweetende oder postende Politiker für die Demokratie?

Aber der Reihe nach: Zunächst wurde Habeck unterstellt, er habe nicht die Eier, sich der öffentlichen Auseinandersetzung zu stellen und würde sich beleidigt zurückziehen, weil zu viele Menschen zu böse zu ihm waren. Diese Menschen haben ganz offenbar Habecks – für mich historische – Argumentationsführung nicht gelesen. Der Mann will nichts Geringeres als seine Seele retten. Oder wie Habeck sagt:

“Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein – und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen. Offenbar bin ich nicht immun dagegen.”

Erstmal Hut ab für das Eingeständnis eines Politikers gegen irgendetwas nicht immun zu sein. Tragischweise wird jedem Wald-und-Wiesen-Politiker ins Hirn geprügelt, man müsse einen Social-Media Account haben. Warum? Weil man Menschen heutzutage nur noch auf Social-Media-Kanälen erreicht? Weil man als Politiker von gestern gilt, wenn man immer noch nicht auf Twitter ist? Weil Obama so cool war?

DIE SCHLECHTESTEN DEBATTEN-KANÄLE DER WELT

Bislang habe ich noch keinen Politiker gesehen, der durch seine Social-Media-Präsenz an Würde oder Profil gewonnen hat. Im Gegenteil: Social-Media normiert Sprache, Haltung und Reflexe, weil es jeden Nutzer konditioniert, die maximale Resonanz zu erreichen. Dabei wird immer wieder vergessen, dass Twitter und Facebook keine öffentlich-rechtlichen Kommunikations-Plattformen ohne Gewinninteressen sind. Es sind Unternehmen, die mit einem hochprofessionellen Anreizsystem so viel Interaktion wie möglich erzeugen müssen, um darüber möglichst komplexe Nutzer-Profile für maßgeschneiderte Online-Werbung erstellen zu können.

Man kann mittlerweile das komplette Silicon Valley mit Studien zu tapezieren, die belegen, dass Zwischentöne die geringsten und Extrempositionen die höchsten Interaktionsraten auf allen Social-Media-Kanälen erzeugen. Mit anderen Worten: Wir haben uns Debattenkanäle ausgesucht, die für Debatten ungeeigneter nicht sein könnten, weil Hysterie mit Resonanz belohnt wird, während Moderates gefiltert wird. Nicht zwingend von Algorithmen, sondern bereits im Kopf, weil wir mit der Zeit lernen, was „performt“ und was nicht. Und dann passiert genau das, was Habeck beschreibt:

“Twitter desorientiert mich, macht mich unkonzentriert, praktisch, wenn man in Sitzungen verstohlen aufs Handy schaut. Grundsätzlich, weil ich mich dabei ertappt habe, wie ich nach Talkshows oder Parteitagen gierig nachgeschaut habe, wie die Twitter-Welt mich denn gefunden hat. Und das ist die Schere im Kopf. Als wäre Politik eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Dass man so redet, wie es das Medium will.”

Den letzten Satz darf man sich gern unters Kopfkissen legen. Die öffentliche Debatte passt sich den Regeln von Facebook, Twitter und Konsorten an. Und damit muss die Frage erlaubt sein: Darf ein Abgeordneter Kommunikations-Kanäle nutzen, die ihr Geld mit der gezielten Förderung von Extrempositionen verdienen? Also, wenn das jemals kommt, dann ist die Demokratie am Arsch. Moment mal…

Es ist weniger eine Forderung, als ein Gedankenspiel: Was passiert, wenn es Abgeordneten grundsätzlich untersagt wird, über Social-Media-Kanäle zu kommunizieren? Der Grund ist ein Konflikt zwischen den Gewinninteressen von Social-Media-Services und den Ansprüchen der Demokratie. Und vielleicht könnte sich die Sache mit dem Rechtspopulismus gleich mit lösen.

Nur mal so in die Runde gedacht.

Hacker-Angriff – Das Bekennervideo

in Browser Ballett by

Es waren nicht die Russen, es waren keine Profis, es war kein Inside-Job: Der Hack war ein klassisches Kinderzimmer-Kommando, wobei ich dem Täter raten würde: Sag einfach, Du wolltest auf Computer-Sicherheit in Deutschland aufmerksam machen. Fakt ist: Der Cyberkrieg hat gerade erst angefangen. Hier das Bekennervideo samt Motiven.

Escape from Weihnachten – Ein Point-And-Click-Adventure für Weihnachtshasser

in Browser Ballett/Games by

Um es mal ganz deutlich zu sagen: Es kann nicht sein, dass wir jedes Jahr den Geburtstags eines Trickbetrügers feiern, der mutmaßlich einer Affäre entsprungen ist und in dessen Namen mehr Menschen ermordet wurden, als in allen Kriegen zusammen. “Das Fest der Liebe” ist ein Slogan des Einzelhandels, in Wirklichkeit opfern sich angeblich aufgeklärte Menschen jedes Jahr aufs neue einem perversen Sozialexperiment, in dem Menschen zusammengepfercht werden, die nicht ohne Grund voreinander geflüchtet sind.

Oh ja, ich hasse Weihnachten! Wer’s cool findet und die passende Familie dazu hat, herzlichen Glückwunsch. Allen anderen widmet das Browser Ballett eine Mischung aus Browser Game und Katharsis: Das Point-And-Click-Adventure Escape from Weihnachten soll allen zur Zerstreuung dienen, die dieses Fest ums Verrecken nicht einsehen. Ziel des Spiels: Irgendwie wegkommen. Wie im das Leben ist es ultraschwer (harrharr!), aber nicht unmöglich. Jetzt gratis auf escapefromweihnachten.com

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