Lieber Mario Basler – Ich will Dich nicht an Social Media verlieren

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Lieber Mario Basler, ich kann nicht zulassen, dass auch Du von Social Media gefressen wirst. Ich kann nicht zulassen, dass ein weiterer Held meiner Jugend in diesen Sumpf abrutscht. Wer bin ich, dass ich einer Legende Ratschläge erteile, aber hier sitze ich, ich kann nicht anders: Lösch’ Deinen Twitter-Account, bevor es zu spät ist und Du Dich der Borisbeckerisierung nicht mehr entziehen kannst. Du warst immer mein liebster Regelbrecher, der sich seine Seele auch dann bewahrt hat, als Fußballprofis anfingen wie JuSos zu reden. Ich kann nicht akzeptieren, dass ein Mann, der in der ersten Bundesliga regelmäßig Ecken direkt verwandelt hat, plötzlich berechenbar wird. Sich auf Social Media provozieren zu lassen, ist wie ein Beinschuss von einem Hobbykicker. Wenn die Leute Dir online blöd kommen, meinen sie nicht Dich. Sie wollen ihren Followern zeigen, dass sie einen Mario Basler aus der Reserve locken können. Das darfst Du nicht zulassen. Ein Mario Basler darf sich nicht in diese Negativitäts-Spirale ziehen lassen. Ich habe als kleiner Junge in Mario-Basler-Bettwäsche geschlafen, weil Du immer Dein Ding gemacht hast. Du warst immun gegen jede Form von Zirkus. Dieses Social Media Ding ist der größte Zirkus von allen, aber er kennt keine Gewinner, sondern nur gefrustete Aufmerksamkeits-Junkies. Noch ist es nicht zu spät. Du bist immer noch Idol. Aber wenn Du auch einer von diesen Typen wirst, die ihre eigene Legende einreißen, weil sie sich auf Kleinkriege mit Leuten einlassen, die sie nicht mal persönlich kennen, dann löst sich eines meiner größten Vorbilder einfach so in Retweets auf. Bleib super, Mario.

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