Materialismus at its best: Menschen küssen Autos vier Stunden lang

in Wahrheiten/What The Fuck/Wirtschaft by

Und heute sinkt für Sie: Das Niveau!

Warme Lippen auf kaltem Blech. Nein – das hier sind keine Bilder einer objektophilen Orgie. Das ist knallharter Kapitalismus. Und von dem sind wir ja schon so einiges gewohnt. Aber was sich neulich im Bundesstaat Texas abspielte, zeigt die kranken Auswüchse dieses Systems in einer Art und Weise, die so erschreckend wie bizarr selbst uns das Mittagessen wieder in den Mund treibt. Dürfen wir vorstellen: Das derzeit traurigste Facebook-Live-Video – ein vierstündiger Auto-Küss-Wettbewerb mit 20 Teilnehmenden. Was man halt so macht.

Über das Seelenleben der Kampfknutscher – wenn überhaupt vorhanden – wollen wir an dieser Stelle mal nicht spekulieren; meist sagen Bilder sowieso mehr als tausend Worte:

Die Leute machen das übrigens, um einen Kia Optima zu gewinnen. Und eine halbe Millionen haben sich das reingezogen. Toll.

*UPDATE* Sorry we had to end this feed but head up to the top of our page and you can see the newest feed there. KISS A KIA: Live look at 96.7 KISSFM hosting an endurance contest at Southwest Kia in Round Rock. 20 contestants put their lips on a Kia Optima beginning at 7 AM and they'll have to leave them on the car until only one person is left to win it!

Posted by FOX 7 Austin on Montag, 17. April 2017

Wir mussten übrigens ein bisschen an diese eine Black Mirror-Folge denken, in der der Premierminister im Livestream ein Schwein vögeln muss, um eine Geisel zu retten. Aber immerhin hatte der zumindest einen ehrenwerten Grund… naja, letzten Endes ist das wohl Ansichtssache. Und manche tun eben einfach alles, um ihre Ziele zu erreichen. Wie rührend.

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CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sind anscheinend auf einem guten Weg. ... See MoreSee Less

CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sind anscheinend auf einem guten Weg.

Martin Menke, Jens Peschel and 358 others like this

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Tim Hendrik WalterDa hat die FDP sich übertölpeln lassen. Ich fordere Umsatzteuererlass für Oktoberfesterlöse, BIO-Müsli und Anwälte.

16 hours ago   ·  6
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Tim HausmannIch wäre ja für eine ökologische Obergrenze in der Digitalisierung

12 hours ago   ·  2
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Moe Sycon4. klingt schon wieder nach Ramsauer, wa Basti Chaser?

11 hours ago
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Majid Mehrafza*INNEN-Ministerin HAHAHHAHAHAHAHHA

13 hours ago   ·  4
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Tobias HasselwanderJez, endlich vernünftige Promillegrenzen!

16 hours ago   ·  2

1 Reply

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Mike Mikesch Kasulke"*innen-Ministerin" made my day.

10 hours ago   ·  1
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Dan Gmodesignz*innen-Ministerin ...pure gold! 🤣

9 hours ago   ·  1
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Raymond RothMeine Güte, ist das flacher Humor.

15 hours ago

2 Replies

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Pascal SawatzkiAdrian Ebert Marco Muß

16 hours ago   ·  1

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Lucas DresselRobert Namur

10 hours ago   ·  1
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Moritz DürrschnabelJonas Oelze Erik Berg

15 hours ago
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Philipp StraubMarc Steinsberger Pierre Bounin

13 hours ago
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Birk EnwaldVeit

16 hours ago
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Jan MüllerMax Bauer

12 hours ago
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Jan EltingPhilipp El

9 hours ago
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Lucas KullmannChristopher Jung

13 hours ago
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Comment on Facebook

  • Inge

    Wer bist du denn hier urteilen zu können, was die Teilnehmer treibt? Vielleicht sind da allein erziehende Mütter dabei, die ihre Zwillinge nicht mehr in ihre alte Rostlaube stecken kann. Für die ist ein Auto – auch ein altes – möglicherweise unbezahlbar. Dieser Wettbewerb ist vielleicht ihre einzige Chance und sie macht es aus Liebe zu ihren Kindern.

    Aber wahrscheinlich kennst du aus deinem wohlbehüteten bürgerlichen Leben solche Nöte nicht. Deshalb nehme ich dir dein blasiertes Verhalten nicht übel. Viel Spaß heute Abend beim sorglosen Netflix-Suchten.

    • Christian Krämer

      Da hat die Inge so ein bißchen Recht! Bevor man die Leute runtermacht sollte man mal ins System reingucken, das geht nur nicht so kurz und griffig

    • Pedant

      Ach Inge, deine Lesekompetenz ist mal wieder unterirdisch. Aber so ist das eben mit den Neurechten: Aussagen in der Art verdrehen, sodass man sich herrlich aufregen kann. Aber kein Problem, ich geb dir ein wenig Nachhilfe.

      Dort steht:

      “…zeigt die kranken Auswüchse dieses Systems…” und “Über das Seelenleben der Kampfknutscher […] wollen wir an dieser Stelle mal nicht spekulieren.”

      Das bedeutet:

      Die Aktion als Auswuchs des Systems wird hier angeprangert, nicht die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Übrigens auch in der Überschrift.

      In diesem Sinne: Küss, wen oder was du gerne möchtest und bekomm bitte keine Zwillinge. Die müssten nämlich nicht nur unter deiner Rostlaube leiden.

      • Inge

        In der Schule durftest du deine Gedichinterpretation immer vor der ganzen Klasse vorlesen, oder? Ich versuchs auch mal:

        …Trotzdem unterstellt die Autorin in ihrem Halbsatz, dass die Teilnehmer, vulgo “Kampfknutscher”, kein Seelenleben hätten und beleidigt sie somit auf persönlicher Ebene. Die Intention der Autorin mag hier sein, sich moralisch über scheinbar konsumsüchtige Menschen zu heben und damit nicht nur das lyrische Ich, sondern ihr reales Ich mächtig zu pudern.

        Dass die Teilnehmer kein Seelenleben hätten bezieht sich dann auch auf “das System”?

    • schwarzgrau

      Auch wenn Inge es mal wieder in einem genauso überheblichen Ton macht, wie den den sie kritisiert würde ich ihr auch Recht geben. Für uns sieht das aus wie ein paar Deppen, die sich für die Chance auf ein Auto zum Affen machen, aber für jemanden dessen Auto eher einer Selbstmordfalle gleicht, mit der er oder sie seine Kinder umher fahren MUSS ist das vielleicht die einzige Möglichkeit an ein neues Auto zu kommen. Kein Grund über deren Geisteszustand zu spekulieren. Fraglich ist eher der Geisteszustand der Menschen, die diese Aktion ins Leben gerufen haben. Als wäre stunden/tagelang die Hand am Auto halten nicht schon demütigend genug.

  • Thomas B.

    Bei uns in der Region München gab es den gleichen Wettbewerb vor ca 2 Jahren um einen Opel Adam zu gewinnen…

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