Get Out – Eine Horror-Rassismus-Komödie von Jordan Peele

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Moonlight ist ein feines Drama, La La Land wusste auch zu gefallen, aber über Get Out redet irgendwie keiner. Banausen! Jordan Peele von der epischen Comedy-Show Key & Peele hatte Bock auf seinen ersten Langfilm und es sollte ein satirischer Horrorfilm sein, der sich mit liberalem Rassismus auseinandersetzt. Das ist in der Kurzform schon mal so mindbending, dass es neugierig macht. Hier die Story in aller Kürze:

Ein junger Afroamerikaner lernt die weißen Eltern seiner Freundin kennen uns stellt mit Befremden fest, dass auf deren Anwesen anscheinend durch Hypnose eingeweißte Schwarze arbeiten. Er will raus, aber so einfach ist das nicht.

Erfrischend: Die Weißen werden hier nicht von degenerierten Rednecks gespielt, sondern von Anhängern des liberalen Medienestablishments. Und genau hier versteckt sich möglicherweise der größte Gag: Auf rottentomatoes.com bekam Get Out die Fantasie-Bewertung von 99 Prozent. Rotten Tomatoes sammelt bekanntermaßen alle Presse-Reviews und bildet daraus eine aggregierte Gesamtwertung. Zurück zum Gag: 99 Prozent kann bedeuten, dass der Film auf einer Stufe mit The Godfather steht. Wir bieten eine andere Interpretation an:

Filmrezensionen werden in der Regel von Mitgliedern des weißen Medienestablishments verfasst. Deren liberaler Gelegenheits-Rassismus zeichnet sich vor allem durch die Vergabe der vollen Punktzahl aus, sobald ihnen ein “Schwarzer Film” den Spiegel vorhält. Das und die Tatsache, dass ein Jordan Peele gar nicht langweilen kann, macht Get Out zum interessantesten Film der Stunde.

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