George Michael singt “Somebody To Love” – Ein Nachruf auf die Flamboyanz

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s ist eines der schönsten Attribute und wird in Deutschland fast nie benutzt: flamboyant. Der Duden umschreibt Flamboyanz mit “flammend, geflammt, farbenprächtig, grellbunt”, der Popkultur-Freund sagt “freddie-mercury-mäßig”. Ein flamboyanter Künstler ist ein Freund der großen Geste und der raumgreifenden Erscheinung. Es sind nie nur Musiker, sondern in unterschiedlichen Ausprägungsgraden Gesamtkunstwerke.

Mit George Michael ist nun nach Freddie Mercury, Prince und David Bowie Nummer vier der 5 großen Flamboyanten gegangen – wir sollten 2017 also auf keinen Fall Elton John live verpassen. Die Herren, die mit der Lautstärke einer startenden Boing 747 noch wunderschön singen können, werden auf jeden Fall seltener.

Deshalb und weil’s so schön ist, haben wir hier einen Clip, in dem Bowie, Michael und Mercury zumindest spirituell im gleichen Raum sind. Die Szenen stammen von den Proben eines Mercury-Tribute-Konzerts von 1992. Der Meister ist also bereits tot, aber sein “Somebody to Love” ist höchst zugegen. Bowie wird am Bühnenrand immer kleiner, weil Michael alle Beteiligten so überzeugend an die Wand singt, dass sich danach niemand mehr die Finger am Mikrofon verbrennen will. Seal steht neben Bowie und hat vergessen, wie man atmet. Eine Sternstunde der Flamboyanz.


via mashable

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