Wie man sich 1972 das Leben im Jahr 2000 vorstellte – Eine Science-Fiction-Doku vom ZDF

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Wow. Was für eine Doku. Vergesst alle Science-Fiction-Blockbuster, die ihr jemals gesehen habt. Dieser ZDF-Film aus dem Jahr 1972 spielt sie locker an die Wand. Kernfrage des Beitrags: Wie sieht unser Leben im nächsten Jahrtausend aus?  Die Antwort: Die Wohnungen sind megastylisch, Umweltverschmutzung ist verboten, Ernährung völlig schadstofffrei, der Mensch arbeitet nur noch 25 Stunden die Woche, und lässt den lästigen Kram von Maschinen erledigen. Im Jahre 2014 angekommen, kann man rückblickend sagen: Wir brauchen hier noch ein bisschen, ganz so dolle ist es noch nicht. Was unsere Arbeitsgewohnheiten angeht, lagen die Macher der Sendung nämlich ein bisschen daneben (statt der prognostizierten Rente ab 50 liegen wir jetzt bei 68) und auch bei den technischen Details muss man ab und zu mal ein Auge zudrücken (Internet kannte ja noch keiner), aber ansonsten kann man diesen Beitrag durchaus als visionäres Meisterwerk bezeichnen.

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Auch nicht uninteressant: Der zweite Teil der Doku, der hauptsächlich aus harter Kapitalismuskritik besteht und für jede Menge schlechte Laune sorgt. 1972 mag so eine Berichterstattung normal gewesen sein, im ZDF des Jahres 2014 hätte so ein Beitrag garantiert keine Chance. Dabei sind seine Kritikpunkte über 40 Jahre nach Veröffentlichung immer noch aktuell. Oder um es mit einem Kommentar unter dem Film auszudrücken: “Faszinierend. Wir leben nicht in einer Matrix, sondern in einer Endlosschleife.”

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