Sonne, Samba, Arschlöcher – Was wir vor der WM noch sagen wollten

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Es gibt Menschen, die denken ihr Leben vom Ende her und wollen nach dem großen Goodbye für alle Ewigkeit in guter Erinnerung bleiben. FIFA-Boss Sepp Blatter lebt hingegen ganz gut mit der Gewissheit, als vielleicht einflussreichstes Arschloch der Welt in die Geschichte einzugehen. Und es ist unsere Aufgabe, unseren Kindern davon zu erzählen. Die Initiative Solidar Suisse setzt sich dafür ein, dass wir WM-Freunde halbwegs aufgeklärt verstehen, mit welchem Wahnsinn es die FIFA geschafft hat, ausgerechnet Brasilien die Lust an der WM im eigenen Land zu verderben.

Unter anderem gibt es da die weitläufige Bannmeile um die Stadien, innerhalb derer kein Straßenhändler seine Fress-Stände aufbauen darf. Das wäre in den meisten Austragungsorten nicht weiter dramatisch, allerdings gehören die Baianas um brasilianische Stadien zum Fußballbetrieb dazu, wie Pils und Aufnäher zum europäischen Bolzbetrieb. Mit dieser Regelung verschaffte sich die FIFA aus dem Stand ca. 300.000 angepisste Straßenhändler, die wie unzählige weitere Brasilianer fragen: Was zum Henker haben wir eigentlich von dieser Scheiß-WM? Vielleicht war die Entscheidung sogar klug, die WM 2022 in einer Wüste austragen zu lassen, in der man sich nicht weiter für die Landeskultur interessieren muss. Aber für dieses Jahr heißt es: Bock auf den sportlichen Betrieb behalten, gleichzeitig aber auch Arschlöcher Arschloch nennen. Zum Beispiel hier, wo die Solidar Suisse Buhrufe gegen Blatter sammelt.

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