Greenwashing grotesk – Warum uns der neue Unilever Spot so fertig macht

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bullshiheit

Für diesen Artikel ist es hilfreich, den Begriff “Perfidie” näher zu erleutern:

Als Perfidie (lat. perfidus = treulos, unredlich) beziehungsweise mit dem davon abgeleiteten Adjektiv perfide werden Handlungen einer Person oder Personengruppe bezeichnet, die vorsätzlich das Vertrauen oder die Loyalität einer anderen Person oder Personengruppe ausnutzen, um beispielsweise in geschäftlichen Beziehungen oder in militärischen Auseinandersetzungen einen Vorteil zu erlangen.

Unilever hat mit dem neuen Projekt Sunlight Spot des Unternehmens die Benchmark in Sachen perfider Werbung markiert. Dafür erstmal Gratulation. Ohnehin fährt der Konzern gerade einen bemerkenswerten Film in Sachen Außendarstellung. Auf der Homepage klickt man sich durch zig Menüs, bis man zum ersten Spülmittel kommt. Bis dahin muss der Verbraucher glauben, er sei bei einem Greenpeace-Amnesty-Hybriden gelangt, der 99 Prozent der Bill & Melinda Gates Stiftung hält. Das machen Unternehmen mit Dreck am Stecken gerne, die Fachwelt redet von: Greenwashing.

Vor einigen Jahren ging’s los mit dem neuen Lieblingskind der Marketing-Manager namens CSR (Corporate Social Responsibility). Darunter fallen grob gesagt sämtliche Maßnahmen, die Organisationen gegen ihre Kritiker ins Feld führen können: Wir spenden viel, wir bauen Schulen, wir trennen Müll, wir stellen Frauen ein. Das ist per se eine fantastische Entwicklung, weil eine Gesellschaft auf diese Weise Unternehmen dazu verdonnert, einen Beitrag über das ökonomische Prinzip hinaus zu leisten. Und wer Gutes tut, darf auch darüber reden.

Aber man kann den berühmten Bogen auch überspannen. Und dann wird’s perfide. Die Fachwelt redet von: Bullshitting. Darunter fallen alle Maßnahmen der Augenwischerei und dem gefährlichen Spiel mit den Emotionen der Verbraucher. Lügen ist zu einfach und außerdem verboten. Aber die beste Lüge ist die penetrante Suggestion und in der Kategorie (jetzt schließen wir den Bogen) hat sich Unilever kann gerade zum Meister gekürt: Der Spot “Why bring a child into this world?” ist ein so grotesk perfides Bullshitting-Meisterwerk geworden, dass einem die Ohren schlackern. Und wir können es keinem verdenken, ihn trotzdem schön zu finden.

Zur Story:

Wir haben einen hochglanz-gecasteten Ethnien-Mix in einem großen Raum mit einem Fernseher. Den völlig überraschten Models werden Szenen des Elends gezeigt. Anschließend folgt die Frage aller Fragen: Warum ein Kind in diese Welt setzen? Erschüttert durch dieses naive bzw. voll emotionale Experiment liefern sie uns Gedanken, die uns Nachdenken lassen (zu emotionaler Musik). Alles halb so schlimm: Unilever hat doch eine Studie in Auftrag gegeben. Danach wissen wir jetzt endlich, dass die Hauptmotivation von Erwachsenen für nachhaltiges Handeln in der Zukunft ihrer Kinder liegt. Dieser verblüffenden Erkenntnis folgt das Project Sunlight. Was da konkret passiert liest sich auf der Projektseite unter dem Menüpunkt “What is project sunlight?” wie folgt:

whatis

Gar nicht mal so aussagekräftig. Wir fühlen uns gebullshittet. Nicht weil Unilever an seinem Image dreht, sondern weil hier so schamlos die komplette Klaviatur der Bullshit-Schlüsselmotive auf den Zuschauer abgefeuert wird. Weil hier Dinge wie Elternschaft, Krieg und Elend den einzigen Zweck verfolgen, uns zu berühren. Aber am Ende der Kette steht keine Veränderung, sondern die Flora-Margarine oder das Axe-Deo. Und man darf es definitiv unanständig finden, wenn Unternehmen für den Verkauf dieser Produkte so krachend auf das Herz ihrer Kunden einhämmern. Werbung ist eine coole Sache. Aber Perfidie gehört angeprangert. Ladies & Gentlemen, hier der Grand Winner in unser neuen Serie Bullshitting am Limit:

Man möchte sich am liebsten duschen. Da wurden alle Knöpfe gleichzeitig gedrückt, liebe Leute. Auf Basis des Spots haben wir mal versucht, ein Briefing zu rekonstruieren. Das Ergebnis gibt’s hier.

emotion

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Tanzverbot als Outfluencer. Hat hier jemand das Internet gewonnen?

2 days ago   ·  88

7 Replies

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Daniela Dellermann Dominic John des mach ich jetzt auch, jetzt weis ich auch wo in der Ariel Werbung der Hinweis her kommt, die pods nicht zu essen und von kleinkindern fernhalten

1 day ago   ·  1
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Robin Kielgas Tanzi finanziert von Rundfunkgebühren. Alles erreicht, ich kann in Frieden sterben. <3

2 days ago   ·  15
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Niko Goldner unsere einzige Chance YT- und Instamoney zu bekommen 😂

2 days ago   ·  2
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Lea Ennen Outfluencerin eine Alternative für dich?😂😂😂

2 days ago   ·  3

1 Reply

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Das mit dem Chlorbleichmittelmüsli ist auch super für Der goldene Aluhut

2 days ago   ·  3
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Johannes die einzig resistente Branche ist die der Abführmittelhersteller... Cui bono ?!?!?!

2 days ago   ·  2
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Mag den Jungen ja eigentlich nicht so, aber man muss sagen, dass das hier schon ziemlich gut war :D

2 days ago   ·  2
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Linus Renz der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn liegt im Erfolg ;)

1 day ago   ·  1
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Und wie ich mich ein eines seiner Streams erinnere, als er andere YouTuber beleidigte weil sie sich „für FUNK prostituieren lassen“. Ein Wendehals.

2 days ago   ·  1

1 Reply

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Man weiß einfach nicht ob man Tanzverbot bewundern oder verachten soll... jemand der davon lebt, dass er scheiße ist 😂

2 days ago   ·  1
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Phillip Jason Verdammt, schon wieder einen Trend verpasst 😂

1 day ago   ·  2
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Der Jung hat Humor xD und hiermit überreiche ich den güldenen Kackequirrl

15 hours ago
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Matea Luna Frauke empfinde ich schon als eine Art Inspiration

2 days ago   ·  2

1 Reply

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Thomas Batelka scheiß auf de gaunzn oberprogamer So kaust da a göd hoin

2 days ago
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Jonas Marco kimmd demnächst im MB-stream :D

3 hours ago   ·  1
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Warum aus Kilian Kevin machen hättest hgalt gleich ein alpha vorsetzten lassen xD

2 hours ago
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Alex Hell Das wäre was für mich, wenn meine Unboxing-Videos nicht mehr ziehen... 👍

2 days ago
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Robin Bonse du wirst auch outfluencer 👊🏼Sarah Ku

2 days ago   ·  1

1 Reply

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Matthias Kreuziger beste leben von outfluencing her

1 day ago
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Lukas Burkhart Mattis Ennen für nen bisschen Geld zwischendurch?:D

7 hours ago   ·  1
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alter, LOL!

2 days ago   ·  9
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Sarah Nathalie Mueller Lucie Schweitzer Also falls das mit unserer Influencer-Karriere nichts wird...

2 days ago   ·  1
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Nina Neuhäuser, ihr könntet doch auch sowas machen 😂😉

1 day ago
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Stefanie Anich jetzt hab ich eine Marktlücke für mich 😜😅

2 days ago
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Head-Autor und Grüßaugust vom Browser Ballett. Präsentiert hier seit 2010 alles Wissenswerte aus der Welt der sehr guten und dramatisch schlechten Ideen. Besuchen Sie mich doch mal bei der Arbeit: https://www.facebook.com/bohemianbrowserballett/ https://twitter.com/BrowserBallett