hgm Press im Rausch – Wie unanständig ist geschäftsmäßiges Abmahnen?

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Ach Kinder, es ist doch scheiße: In der englischen Bäckerei North Star Cakes entstand eine saucoole Torte, die einer echten Python zum Verwechseln ähnlich sah. Das Werk namens Snake Cake teilte man völlig zu recht auf Facebook, um auf die eigene Schaffenskraft aufmerksam zu machen. Blogs weltweit präsentierten das Foto und plötzlich war North Star Cakes in aller Munde.

Nur in Deutschland sorgt die Verbreitung der Arbeit mal wieder für Ärger: Die Bildagentur HGM-Press, über die wir hier bereits berichteten, machte offenbar den Rechteinhaber an dem Bild ausfindig und mahnt für ihn jetzt alle ab, die es verwendet haben und somit überhaupt für die Viralität gesorgt haben. Und, bitte, ich will hier in den Kommentaren nicht schon wieder lesen, dass Fotografen für ihre Arbeit entlohnt werden müssen. Das ist doch völlig klar, wir sind doch nicht bescheuert. Aber es muss doch auch jedem klar sein, was diese “Bildagentur” für ein Spielchen treibt. Das ist nach deutschem Recht legitim und egal, was die ganzen Tugendbürger hier immer mit ihrem Blogs-glauben-wohl-es-gäbe-für-sie-keine-Regeln-Gelaber ins Kommentarfeld klugscheißern: Das geht nicht klar. Punkt. Aus. Ende.

Hier werden Gesetze, die sich einem neuen medialen Umfeld noch nicht angepasst haben, geschäftsmäßig angewendet. Was machen wir hier denn eigentlich den ganzen Tag? Wir multiplizieren Kreativiät. Unternehmen zahlen ein Schweinegeld dafür, dass Blogs über ihre Ideen berichten. Eben weil die Berichterstattung einen glasklaren Mehrwert generiert. Wir schreiben ja nicht “Hey Folks, zieht Euch mal diese scheiß Schlangentorte rein. Den Bäcker sollte man erschießen.” Wir informieren, empfehlen und verlinken. Unternehmen müssen nicht mehr Millionen in die Hand nehmen, damit sie gesehen werden. Oft sorgt eine fantastische Idee für genau so viel Reichweite. Erstmals können kleine Unternehmen genau so sichtbar sein, wie Millionenkonzerne. Wie geil, fair, cool ist das bitteschön?

Ich muss doch davon ausgehen, dass eine Bäckerei, die ihre Tortenkreation auf Facebook teilt, möchte, dass ihre Idee multipliziert wird. Die Bäckerin Francesca Pitcher lud das Bild mit dem einzigen Zweck hoch, dass es geteilt wird. Anders kann ich mir ihren Tweet am nächsten Tag nicht erklären:

I am, honoured, flattered and utterly terrified this morning as the wonderful Duff Goldman from Ace of Cakes tweeted a picture of my snake cake out to his 40,000 followers last night with the word ‘AMAZING!!’ and a link to my FB page. Who would of thought that the cake I made for my daughter’s birthday party would cause such a stir and bring me a little closer to my idol.

Bis hierhin ist die Welt für alle in Ordnung. Francesca freut sich über Sichtbarkeit, während die Blogs dankbar über erstklassigen Content sind. Niemand wird bezweifeln, dass es genau so funktionieren sollte. Die Bildagentur, die Pitcher das Bild abkauft, macht jetzt aber aus einem Bitte-teile-mich-und-mach-mich-berühmt-Bild ein Willst-Du-mich-veröffentlichen-dann-musst-du-mich-bezahlen-Bild. Durch den Erwerb des Bildes durch die Agentur bekommt es einen ganz neuen Charakter. Und genau hier sollten Blogs einen gewissen Schutz genießen, wie es zum Beispiel in den USA der Fall ist. Wer das nicht möchte, der möchte auch keine Blogs.

Achtung: Das Problem ist nicht HGM Press. Inhaber Hans-Gerd Michel hat erkannt, dass man viel Geld damit verdienen kann, wenn man die Rechte viral gewordener Bilder erwirbt und die Motoren dahinter verklagt. Das klingt natürlich mies bis absurd, aber olle Hans-Gerd muss auch seine Rechnungen zahlen. Wir sind hier ja nicht in Takka-Tukka-Land. Viel schlimmer: Wir sind in Deutschland, wo solche Geschäftsmodelle möglich sind. Und so hat es dieses Mal Ronny vom Kraftfuttermischwerk getroffen: 1839,60 EURO für das Teilen der Torte.

Mittlerweile gibt es eine geschlossene Facebook-Gruppe, in der aktuell alle HGM-Fälle gesammelt werden. Und siehe da: Das Unternehmen hat in den letzten Wochen knapp 65.000 EUR eingetrieben. Und deshalb bekommt Hans-Gerd heute von uns den ersten Schlecky Silberstein Unternehmerpreis 2012. Wir gratulieren.

Es gibt nur ein Problem: Wenn man mit dieser Aggressivität weite Teile der deutschen Netzkultur attackiert, dann macht man sich nicht nur Freunde – ob man nun legal vorgeht oder nicht. Darf man nämlich jüngsten Gerüchten glauben, wären sowohl HGM-Press als auch deren Anwälte von ActiveLAW sehr gut beraten, das hart verdiente Geld vor allem Menschen anzuvertrauen, die sich mit IT-Sicherheit auskennen. Unschön, das alles.

via kfmw

NEU IM BOHEMIAN BROWSER BALLETT

Das Mieter-Quartett
Das Mieter-Quartett vom Browser Ballett. Endlich mal selbst die Hausverwaltung sein und potentielle Mieter gegeneinander ausspielen.
Hier die Spielkarten downloaden: browserballett.com/Mieter-Quartett.pdf
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Marie Ayim, Maximilian Faas and 706 others like this

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Nicos TriantafilopoulosDeath Metal Band und nur 130 dB? Da hat wohl jemand den vergessen seinen Gitarrenverstärker voll auftzdrehen!

5 days ago   ·  13

3 Replies

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Jonas KenAus eigener Erfahrung ist der Shitstormfaktor bei der Stasi-Blockwart-Oma viel zu niedrig angesetzt! Und jetzt Ruhe hier!

5 days ago   ·  5
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Matze Seeba-GomilleDeutscher Mieterbund, das ist doch eine Frechheit!!!1!.. Mieter gegeneinander ausspielen, das könnte euch so passen. Pfui!

5 days ago   ·  3
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Timo WenningerBrudi Magda des muss dringend in die Zelaspielekiste! Noch geiler als des Bulldogquartett

5 days ago   ·  1
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Niklas ReinehrMarcus Roman Druckt das jemand aus für nächstes mal... ?😏😍😇

5 days ago   ·  1
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Antje U Michael Wandrerund wer schneidet des Quartett aus? Natürlich der Azubi 😜@ Hannes Koch 😂

5 days ago   ·  1
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Daniela HarmsAnne 😂😂😂 Falls dich die Wohnungsuche irgendwann nervt

3 days ago
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Annika LemkeChristopher Jakob Kai Maite 😂 geht auf den Link und gebt euch die Karten

3 days ago

3 Replies

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Florian MüllerAndre, Alexander das wäre doch auch mal was

5 days ago   ·  1
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Jens KaupSehr gut gemacht! Und alles schon gehabt! Gibt es auch eine onlindedruckerei, die Kartenspiele nach der Vorlage druckt?

5 days ago
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Tom CallsenKatharina Koch..das Spiel brauchen wir fürs nächste Trinken! :D

5 days ago
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Alex LyeykinDominik Vanessa für nächstes mal trinken brauchen wir das xD

5 days ago   ·  1

4 Replies

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Christoph NagelHe die Hausverwaltung hat damit nichts zu tun !!elf Lügenpresse! Das ist die Mietverwaltung !

5 days ago
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Sarah Josephine LangeWie großartig ist das denn?!?? Ich drucke schon, wann spielen wir Elaine?

1 day ago

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Harry DrumstickerIch finde so ein Spiel ist kein Spiel, Alleinerziehende hat keine Chance gegen Juppi, Scheiß Rich-Kid, etc.! Social-Mindfuck-Game!

5 days ago
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Marcel SahlmenSebastian Paul Jacqueline Heckl das drucke ich aus - noch cooler als Monopoly!! 😃

5 days ago   ·  1
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Benjamin VergilFelix Zeidler Michel Küchler Ich druck das mal für die nächste gemeinsame Runde aus xD

4 days ago   ·  1
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Matze Seeba-GomilleUnd was sagt der Mieterschutzbund e.V. dazu, wie hier arme Mieter gegeneinander ausgespielt werden?

5 days ago
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Hugo SFDas ist doch mal was für einen sauf Abend Marco Hvatmóðr

5 days ago

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Pasc AlBitte mehr Karten! :D Wie wäre es mit dem Ergänzungkit Häuslebauer/-Käufer?

5 days ago
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Linus SchallerMarkierung für Hannes! (auch um dich mit der Markierung auf die Palme zu bringen..)

5 days ago
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Benedikt J. Sequeira GerardoLust auf dieses Spielchen? Das Secret Htlr vom Jahr 2018? Lilly, Christo

5 days ago   ·  1
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Kati PichlerStef bitte kauf ma des 😂😂😂😂

5 days ago

4 Replies

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Hauke BastertMoritz das fehlt dir noch in der Sammlung!

5 days ago   ·  1
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Nine ZettPunktBrauche ich!

4 days ago
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Comment on Facebook

Head-Autor und Grüßaugust vom Browser Ballett. Präsentiert hier seit 2010 alles Wissenswerte aus der Welt der sehr guten und dramatisch schlechten Ideen. Besuchen Sie mich doch mal bei der Arbeit: https://www.facebook.com/bohemianbrowserballett/ https://twitter.com/BrowserBallett

  • BK

    Word.

  • cake lover
  • kann man nicht an den tortenersteller herantreten, bzw den fotografen derselbigen? da müssten doch dann alle rechte liegen, das kann nicht im sinne dieser person sein, IMHO.

    • Stefan

      Wenn man dem Text glauben kann (und das tue ich jetzt mal), hat HGM die deutschen Veröffentlichungsrechte erworben. Ich vermute mal, dass der eigentliche Fotograf keine Ahnung hat, dass hier ein europaweit einmaliges Abmahnrecht damit missbraucht und die Blogs zur Kasse gebeten werden. Der hat sich sicherlich einfach gefreut und gedacht, ein Magazin will seine Kreation drucken…

      Absolut zum Kotzen diese Masche – und das sage ich als Berufsfotograf.

      • Zumindest im deutschen Fotorecht bleibt der Urheber ja Urheber, und hat damit umfassende Rechte. Wie das international ist, und wie die Rechte des Fotografen sind, weiß ich in der Tat nicht genau. Von wem haben diese Idioten das Recht denn gekauft, von Facebook? Das wäre interessant, finde ich!

  • Der letzte Satz klingt verdammt nach einem Wink mit dem Zaunpfahl… 😉

  • Giebelgaup der Bogenschütz

    Amen. Oder auf Neudeutsch: Word.
    Kommt ja selten vor, aber hier habe ich weder nachzufragen, noch zu nörgeln. Sehr guter Artikel zu einem Thema, dass mit “unschön” eigentlich noch beschönigt ist.

  • wann lernen sie endlich?

    Wie kommen Sie darauf, dass die Tortenfirma aus England sich dafür interessiert, ob jemand in Deutschland berichtet? Was hat die Tortenfirma davon? Bestellen Sie dann ihre Torten als Deutscher immer in England?

    Hier wurden einfach Fotos von facebook kopiert und neben Bannerwerbung auf Internetseiten veröffentlicht. Und das sicher nicht mit dem Hintergrund, der Tortenfirma einen Gefallen zu tun, sondern um Werbeeinnahmen zu machen.

    Nach all den Jahren im Blog-Geschäft haben Sie noch immer nichts gelernt? Erst fragen, bevor man Fotos kopiert. Das ist doch nichts Neues!!!

    • Giebelgaup der Bogenschütz

      “sicher nicht mit dem Hintergrund, der Tortenfirma einen Gefallen zu tun, sondern um Werbeeinnahmen zu machen.”

      vs.

      “Erstmals können kleine Unternehmen genau so sichtbar sein, wie Millionenkonzerne.”

      Tja… Aussage gegen Aussage, würde ich sagen.

  • unwahr!

    Ich finde es auch sehr fraglich, hier völlig ungeprüft irgendwelche Behauptungen aufzustellen. Wenn ich im Internet suche, finde ich alte Artikel zu dem Foto, an dem als Foto-Quelle bereits hgm-press genannt ist. Insofern ist es unwahr zu behaupten, die Rechte seien nachträglich erworben worden! Es ist vielmehr so, dass die Bildagentur die Rechte schon länger hat!

    • Giebelgaup der Bogenschütz

      Links, bitte!

    • brandymessage

      Kein Mensch backt einen Kuchen und verkauft die Bildrechte an eine Bildagentur bevor er das Ding auf Facebook teilt. Nicht mal in England.

  • Links
    • Giebelgaup der Bogenschütz

      Vielen Dank!

      Es gibt Fotos vom 24.7., bei denen bereits hgn auswiesen ist und auf Facebook wurden sie auf den 29.7. datiert – eigenartig, mehr mag ich im Moment nicht dazu sagen.

  • nickt ok!

    Es ist halt ganz offensichtlich, dass hgm-press die Rechte bereits seit vielen Monaten besitzt. Nur weil die Besitzerin des Tortenladens die Fotos auf ihrem eigenen Firmen-Profil in England veröffentlich hat, heißt das ja nicht, dass man diese einfach kopieren und ungefragt auf Internetseiten veröffentlichen darf.

    Ich finde diesen Artikel hier sehr fragwürdig. Das hat nichts mit Journalismus zu tun, dass ist nur ungeprüfte Pöbelei mit dem Ziel jemanden zu verunglimpfen. Sorry, aber sowas macht man nicht.

  • Meine Meinung

    Schon interessant wie die Bilderklau-Gemeinde Abmahungen immer als Grauzone betitelt! Dabei sind doch diese ganzen Bilderblogs die eigentliche Grauzone.

    Würde keiner klauen, müsste auch niemand Abmahnungen versenden. Ganz einfach!

  • Nitric-X

    Eine Sache wird immer gar nicht diskutiert – nämlich dass die Blogs damit, Bilder und Posts und wasauchimmer aus dem ganzen Netz zusammenzutragen eine genuine Dienstleistung erbringen. Ich hab’ leider keine Zeit, mir Stunden um die Ohren zu hauen um das Netz nach allerlei Amüsanten oder Informativen durchzusuchen, und so bin ich Brandy, Ronny & Co superdankbar dafür, dass die das tun. Oder andersrum: für ein Schlangenbildchen würde ich kein Geld zahlen, für den Blog schon!

    Das deutsche Recht passt hier einfach nicht mehr zur Realität bzw. ist auch diese Realität nicht vorbereitet und sollte deshalb geändert werden – als solches ja ein normaler Vorgang in einem Rechtsstaat – und deshalb ist es wichtig und absolut unterstützenswert, dass die Blogs hier eine Welle machen, sonst passiert nämlich nix.
    Im übrigen: die Geldsummen, die hier abgemahnt werden, finde ich absolut dreist und unverschämt und deuten schon mal auf die Seriosität der Abmahner hin…

  • rheinac

    ich kann dem autor nur recht geben. es geht hier nicht um den “diebstahl” von fotos deren rechte man nicht hat. hier geht es um die “verdienst-kette” die angetriggert wird. niemand behauptet, dass diebstahl von geistigem oder künstlerischem gut ungestraft hingenommen werden soll. aber mir ist bekannt, dass kanzleien mit geringem umsatz, sich über das geltende medien-recht den umsatz beschaffen. ob legal oder nicht. die frage ist weiterhin, ob eine abmahnung auf diese weise überhaupt rechtens ist. denn: eine abmahnung SOLL vor ja warnen. das heisst, eine abmahnung im bereich 15-50€ ist nach europäischem recht legitim – es geht ja hier nicht um die abmahnung von gewerbetreibern, sondern um eine “Mahnung” an private personen, die sich NICHT an einem bild bereichern. um dann eine straftat zu VERHINDERN, muss die abmahnende rechtsabteilung auch wirklich “MAHNEN” – und nicht sofort einen streitwert betiteln der zwischen 10 und 20T € liegt. tut ein rechte-vertreter dies, so schaut er dabei zu, wie eine straftat begangen wird, statt sie mit einer mahnung zu verhindern, und setzt sofort den streitwert auf das maß fest, mit dem die tat begangen wird – das ist und bleibt unrecht. auch rechte-vertreter sind bürger und damit verpflichtet, zuerst eine solche tat zu verhindern – nicht aber zuzulassen, um dann abzukassieren. zudem sollte man sich klarmachen, dass es hier um eine organisierte abzocke handelt, die straftaten nicht nur zulässt, sondern diese auch noch fördert, um DANN abzumahnen. es gibt hinweise darüber, dass diese kanzleien einer wegelagerei ähnlich, blogs sogar mit plagiaten “verseuchen”, um dann den blog-betreiber zu verklagen. es ist sowieso unrecht, wenn es möglich ist, ohne mandanten-zustimmung in deren sinne zu klagen, DENN: wenn dies möglich ist, dann darf ICH auch eine feuerversicherung auf das haus meines nachbarn abschliessen – er würde bloß nicht mehr ruhig schlafen….

  • Ernsthaft

    Was sagt denn derjenige, der die Rechte an HGM-Press verkauft hat? Wer wirklich will, dass jeder das Nutzungs- und Weiterverbreitungsrecht an dem Foto hat, der verkauft auch solche Rechte nicht. Und sollte jemand “gedankenlos” diese Rechte verkauft haben, ist mehr Aufklärungsarbeit seitens der Blogger-Community nötig.
    Blogger müssen bis zu einer eventuellen Änderung des Urheberrechts auch international die Urheber zu einer klaren Kennzeichnung der Rechteverwertung auffordern. Zum Beispiel auch die Schlangenkuchenbäckerin darauf aufmerksam machen, was sie mit ihrem Verkauf der Rechte hier in Deutschland angerichtet hat. Vielleicht wollte sie das ja sogar und kriegt von HGM eine Beteiligung an den eingenommenen Abmahngebühren.
    Und Blogger müssen Bilder, für die keine Nutzungserlaubnis existiert “boykottieren”, auch wenn dadurch vielleicht ein Spaß von deutschen Internetnutzern ungesehen bleibt. Oder: einfach mal abwarten, wie die Frage, darf Ihr Bild weiterverbreiten beantwortet wird.
    Eine Kampfansage gegen die Bildagenturen ist doch wirklich das falsche Schlachtfeld: eine Gesetzesänderung kommt so nicht und Aufklärungsarbeit bei Urhebern und Nutzern wird nicht geleistet.

  • Ich mag eure Arbeit und ich mag diese Seite sehr, besuche sie täglich also sehr dies bitte nicht als Kritik an eurer Arbeit aber als Kritik an der Berichterstattung über dieses Thema.

    Ist bei Facebook durch die Funktion “Teilen” schon jemand abgemahnt worden?

    Dadurch, dass man das “öffentliche Teilen” zulässt, erlaubt man es ja erstmal grundsätzlich jedem (Facebook Nutzer), der ursprüngliche Poster bleibt aber immer ersichtlich. Jetzt wird dort ein Foto rauskopiert und auf den eigenen Webspace gestellt. Sprich außerhalb des Netzwerks Facebook Traffic und Werbeeinnahmen generiert. Badabing, schon haben wir das, was hgm und evtl. auch den Fotoersteller stört. Und weil es sie stört, freut es sie natürlich auch, dass ihr schön darüber schreibt damit es in Zukunft vielleicht niemand mehr macht.

    Außerdem finde ich die Diskussion hier ganz interessant.
    http://schleckysilberstein.de/2012/11/04/geld-verdienen-im-internet-nie-wieder-arbeiten-mit-der-abmahnmethode/

    Hier schreibst du, du löschst Bildbeiträge nach 5 Tagen. Also nichts gelernt, es wird fleißig “geklaut” anstatt nach den Rechten zu fragen. Man versucht nur, aus dem Fokus der Abmahner zu geraten. Das ist wie beim Bankraub ne Maske zu tragen…

  • Evil

    Wo wohnen denn die Besitzer und die Anwälte von HGM?

  • DeineMutter

    Ich kann nicht glauben, dass es immer noch Leute gibt, die glauben, Abmahnungen deutscher Natur wären in irgendeinem Kontext was Gutes. Das deutsche Recht ist wahnsinnig komplex , und wenn man z.B. einen eCom Shop hat, hat man ohne Rechtsbeistand eine Chance von 100%, daß die eigene Seite abmahnfähig ist, und man den Laden im schlimmsten Fall gleich wieder zu machen kann. Weil man statt eines netten Hinweises, dies oder das zu ändern, gleich eine strafbewehrte Unterlassungserklärung mit Kostennote gefaxt bekommt. WTF? Wer mir jetzt erzählen will, dass man halt einfach in Deutschland 5k Euro braucht, um sein Blog zu starten, und man nicht naiv sein sollte, Recht wäre halt teuer, alle wollen leben etc: Bitte einfach mal über den Tellerrand gucken. Es geht auch anders (ohne sofortige Kostennote, die Profiteure anlockt).

  • Benny

    “Und, bitte, ich will hier in den Kommentaren nicht schon wieder lesen,
    dass Fotografen für ihre Arbeit entlohnt werden müssen. Das ist doch
    völlig klar, wir sind doch nicht bescheuert….die ganzen Tugendbürger hier immer mit ihrem
    Blogs-glauben-wohl-es-gäbe-für-sie-keine-Regeln-Gelaber ins
    Kommentarfeld klugscheißern: Das geht nicht klar. Punkt. Aus. Ende.”

    Du, bzw. “die Blogger” im Allgemeinen werden Schwierigkeiten haben ihr Anliegen zu vermitteln, wenn anderslautende Meinungen hier derart abqualifiziert werden. Wenn es dir lediglich um ein aufmunterndes Schulterklopfen, oder einen erhobenen Daumen geht, wäre ein “Gefällt mir”-Button wohl sinniger, als eine Kommentar-Funktion.

    Wie ich schon zum letzten Beitrag dieses Thema betreffend geschrieben habe, verstehe ich deinen/euren Frust vollkommen und es steht sicherlich außer Frage, dass das deutsche Recht in dieser Hinsicht einer Überarbeitung bedarf. Derzeit sieht es aber nun einmal so aus, dass das gleiche Recht, das einen Fotografen und seine Arbeit schützt leider auch “ausgenutzt” werden kann. Das gilt im Übrigen ebenso für eine ganze Reihe anderer Gesetze und funktioniert im Zweifel eben auf Basis der Frage nach dem größten Nutzen.

    Nimm z.B. einmal das “Fernabsatz-Gesetz” (jetzt §312 b, BGB) und denk an all die Leute, die Dinge umtauschen, die sie nur einmalig benutzt haben, oder auf die sie nach einer Woche einfach keinen Bock mehr haben. Das ist für betroffene Unternehmer sicherlich keine schöne Sache und sie ärgern sich zu Recht über den Mißbrauch – die Frage wäre hier aber nun: Wie willst du das anders regeln und gleichzeitig die “Schutzfunktion” wahren, ohne Mißbrauch zu ermöglichen?

    Oder mal ganz populär, die Sozialgesetzgebung, die einige sicher gerne in Gänze abgeschafft sähen, weil es Leute gibt, die sich dann grundlos in der “sozialen Hängematte” ausruhen. Man muss sich aber auch hier wieder fragen, wie man das ändern soll, um einen solchen Mißbrauch durch einige Tausend zu verhindern, ohne gleichzeitig Millionen andere zu benachteiligen (wie das ja leider heute schon geschieht).

    Ich will damit, wie gesagt, nicht ausdrücken, dass es keinen Verbesserungsbedarf beim Urheberrecht gibt, nur sollte man sich eben klarmachen, dass ein “suboptimales” Recht besser ist als gar keines, zumal ihr Blogger ja nun wahrlich die Möglichkeit habt euch dahingehend abzusichern (auch wenn das umständlicher ist).

    Euer eigentliches Problem ist aber auch nicht das Urheberrecht, sondern vielmehr der regelmäßig sehr hohe Streitwert im Rahmen der Abmahnung, der bei derartigen Verstößen wie z.B. dem mit dem Bild von der Torte, zu Grunde gelegt wird und auf dessen Basis sich dann auch die Kosten für den Anwalt berechnen. Würde der nämlich der jeweiligen Sache angepasst, ginge es beim Bild der Torte unterm Strich vielleicht um 50 Euro und dafür interessiert sich dann weder irgendein “Rechte-Verwerter”, noch eine Abmahn-Kanzlei.

    Aber selbst das ist kein Argument gegen die “Abmahnung”, die ja eigentlich nur dazu dient die Gerichte zu entlasten, sondern lediglich gegen die Praxis einen “angemessenen” Streitwert in puncto Urheberrecht festzusetzen.

    Apropos: Ich persönlich bin der Meinung, dass es einen riesen Unterschied zwischen der “viralen” Verbreitung derartiger Fotos auf Twitter, Facebook, Instagramm (und wie sie alle heißen) und der Verwendung in einem Blog gibt, denn von einigen wenigen Blogs mit ausreichender Frequentierung einmal abgesehen, fehlt es Blogs wie “Schlecky Silberstein” schlicht an Besuchern für originäre virale Hits. Mit anderen Worten: Ihr zeigt hier in aller Regel entweder Sachen, die längst viral sind, es nie werden oder habt mit viel Glück mal etwas dabei, dass später über andere Kanäle erst so richtig heiß wird – das Argument “Die Torte hat ihren Ruhm erst Blogs wie unserem zu verdanken” hinkt also.

    Oder um es mal richtig böse und überspitzt auszudrücken (bitte nix für ungut!):

    Blogs wie dieser sind den Rechte-Verwertern durchaus sehr ähnlich, mit dem Unterschied, dass der Rechte-Verwerter zuvor wenigstens fragt und zahlt, während ihr euch einfach nur an etablierten “Zugpferden” labt, damit Einnahmen generiert und obendrein dann auch noch die Chuzpe besitzt euch darüber zu ärgern, wenn ihr hin und wieder dafür zur Kasse gebeten werdet.

    Keine Frage, eine Arschlochtour sondergleichen diese professionelle Abmahnerei, aber solange ein Blog mit der Verwertung von fremden und ungefragt angeeignetem Material Geld verdient (und seien es auch nur ein paar Euro am Tag) kann man sicherlich über die Höhe des Streitwertes diskutieren, das Abmahnen geschieht allerdings grundsätzlich (und auch “gefühlt”) zu Recht. Diesen Umstand berücksichtigt übrigens auch das hier oftmals zitierte “faire use” der USA.

    • Benny

      Kleiner Nachtrag zum vermuteten Verlauf der Geschichte:

      18.07.2012 — Francesca erwähnt erstmal den Kauf von Teilen für ihren Schlangenkuchen auf Facebook

      29.07.2012 — Francesca postet auf FB Fotos vom fertigen und halb aufgegessenen Kuchen (Party scheint also schon gelaufen)

      08.08.2012 — Frühste Erwähnung in der englischen Presse, die ich auf die Schnelle gefunden haben (kentonline.co.uk), keine Quellenangabe, ich nehme daher an, dass die Rechte zunächst bei kentonline lagen (ein weiteres Foto von Francesca gab es in deren Datenbank zu kaufen).

      08.08.2012 — Kraftfuttermischwerk verlinkt auf FB

      09.08-16.08.2012 — Andere englische Medien ziehen nach (z.B. die “Sun”). Hier wird als Quelle bereits BNPS genannt

      17.08.2012 — Artikel auf Yahoo mit Verweis auf HGM als Quelle

      November 2012 — Abmahnung für Kraftfuttermischwerk geht raus

      Das Datum 24.07.2012 auf web.de und gmx.net halt ich für das ursprüngliche Datum der Galerie, die einfach nur zu einem späteren Zeitpunkt um das Foto vom Kuchen ergänzt wurde.

      Es scheint also, rein vom Datum her, durchaus ein berechtigter Zweifel daran zu bestehen, dass HGM die Nutzungsrechte bereits vorm Link auf “Kraftfuttermischwerk” inne hatte. Da war der Blog einfach schneller als die üblichen Kanäle zwischen den verschiedenen lokalen und nationalen Agenturen.

      Dass man sich nun verarscht fühlt, wenn man von HGM für ein Bild belangt wird, das zum Zeitpunkt der Einstellung rechtemäßig noch nicht bei HGM lag, verstehe ich. Dennoch muss man hier einräumen, dass zum einen auch BNPS, die Urheberin, oder FB nicht um Erlaubnis gefragt wurden und das Bild ja auch zu einem späteren Zeitpunkt immer noch auf KFMW zu sehen war, also weiter genutzt wurde. Man könnte in diesem Fall also einzig die veranschlagte Nutzungsdauer um den Zeitraum zwischen Beitrag und Übergang der Nutzungsrechte reduzieren, aber ich denke das ist gar nicht unbedingt Bestandteil der Rechnung, die in einem solchen Fall aufgemacht wird – da geht es ja eher um Pauschbeträge.

      Darüber hinaus möchte ich einfach mal bezweifeln, dass derartige Bilder mit dem Ziel eingekauft werden, finanziell schwache Blogger auszunehmen. Bei den zehntausenden von Fotos, die Tag für Tag irgendwer online einstellt und unter denen sich dann ein paar hundert “hit-verdächtige” befinden, wird es kaum eine Agentur geben, die das nötige Personal hat, um auf diesem Wege jeden Monat tausende Fotos durchzugehen und auf etwaige Gewinne durch Abmahnungen hin zu untersuchen. Ebenso ausscheiden dürfte eine tägliche Überwachung hunderter kleiner Blogs, um diese auf mehrfache Nutzung identischen Materials hin zu untersuchen.

      Da dürften vielmehr Pakete gekauft werden, von denen dann einzelne Fotos an die Medien verhökert werden und diese bezahlten Werke lässt man dann halt überwachen, schließlich lässt man seine Kunden ja genau für dieses Privileg zahlen und möchte verhindern, dass die sich irgendwann auch denken “Ach, wozu bezahlen, machen die anderen ja auch nicht”.

      Wenn es dabei dann vorkommt, dass einstmals für solche Agenturen uninteressante (und damit nicht überwachte) Fotos plötzlich populär werden (z.B. weil eine Band das Foto als Cover fürs neue Album nutzt), kann es natürlich auch passieren, das man erst nach Jahren eine Abmahnung erhält.

      Das Argument “Die Urheber sehen nix von der Kohle” zählt dann übrigens
      auch nur bedingt, denn zum einen hat der Urheber bereits Geld gesehen
      (wenn auch sicher nicht so viel, wie der Verwerter am Ende rausholt (aber das passiert ja nun tagtäglich in jedem Job beim Verhältnis “Angestellter vs. Boss”)) und zum anderen muss man ja auch bedenken, dass es den Verwertern durch das Geld möglich wird mehr Material anzukaufen und auf diesem – zugegeben
      bescheuertem Weg – dann wieder ein paar mehr Künstler an ihrer Arbeit
      verdienen.

      Kurzum: Wie schon im ersten Beitrag gesagt, ist die Höhe der Forderung im Falle einer Abmahnung in den allermeisten Fällen definitiv überzogen, die Abmahnung selbst und das dahinter stehende “Geschäftsmodell” aber ein ganz normaler Vorgang. Man kann hier nachvollziehbar eine Verschwörung wittern und man wird, wie fast immer, auch nach ausgiebiger Suche das ein oder andere “schwarze Schaf” finden, aber grundsätzlich gibts da nix zu meckern.

      • >>>Darüber hinaus möchte ich einfach mal bezweifeln, dass derartige Bilder mit dem Ziel eingekauft werden, finanziell schwache Blogger auszunehmen. Bei den zehntausenden von Fotos, die Tag für Tag irgendwer online einstellt und unter denen sich dann ein paar hundert “hit-verdächtige” befinden, wird es kaum eine Agentur geben, die das nötige Personal hat, um auf diesem Wege jeden Monat tausende Fotos durchzugehen und auf etwaige Gewinne durch Abmahnungen hin zu untersuchen.<<<

        Falsch, es gibt Bilderbots die genau nach viralen Bildern in Blogs suchen, damit funktioniert eine Abmahnmaschine. Interessant dabei ist die räumliche Nähe des Bilder-Bot Dienstes Pixray-Seeker und hgm.

        • Benny

          Unbestritten, aber ich glaube du hast mich falsch verstanden.

          >>>”Nach der Indexierung des gesamten Bildmaterials, das verfolgt werden
          oder typischen Mermale entsprechen soll, durchlaufen unsere Crawler das
          Netz und suchen nach Verwendungen, Abweichungen oder Kopien des
          originalen Bildmaterials.”<<<

          Der Bot kann ein bestimmtes Bild (z.B. besagten "Snake Cake") suchen, oder aber Bilder, die in einem bestimmten Merkmal übereinstimmen (z.B. eine Art Wasserzeichen, oder Tag).

          Das ist exakt die Tätigkeit, die ich auch vermute und mit "Überwachung" bereits verkauften Materials bezeichnet habe.

          Die Agentur (HGM) verkauft das Bild vom "Snake Cake" an diverse Medien (z.B. spickmich.de) und nimmt es in die Liste zu überwachender Bilder auf, oder vielleicht lassen sie tatsächlich ihren gesamten Bestand überwachen – mir fehlen da detaillierte Kenntnisse um einschätzen zu können, wie umfangreich der Datenbestand sein darf, um mittels Bot überwacht werden zu können – und daraufhin wird dann abgemahnt.

          Um aber Material im NACHHINEIN zu kaufen, dass bereits viral ist, müsste der Bot ZUVOR Informationen zu besagtem Material haben und da beißt sich der Hund doch in den Schwanz. Wie soll ich meinen Bot vorab mit Infos zu Bildern füttern, die ich in diesem Moment noch gar nicht kenne?

          • “Zurück Marsch Marsch!”
            Meine Vermutung dazu:
            hgm merkt das Bilder viral werden, besorgen sich auf irgend einem Weg die “Rechte” und lassen dann den Bot wie Googles Bildersuche automatisch nach diesem Bild suchen. Hat man genug Blogs zusammen, werden Screenshots angefertigt und an die Kanzlei geschickt. Ab geht der Abmahnmotor.
            Wie gesagt, meine Vermutung und bisherige Recherchen zeigen den wahren Kern dahinter.
            Der eignene Fundus u.a. Bilder auf der hgm Homepage sind aus erloschenen Agenturen aus dem Ausland – billig eingekaufte Virals und nur auf hauseigenen Seiten der hgm-Press zu finden. Totes Material.

          • Benny

            Ich möchte nicht behaupten genau zu wissen, wie das nun exakt läuft, ich versuche nur für mich die Frage zu beantworten, was möglich und was wahrscheinlich ist. Wenn ich nun die Behauptung lese, dass HMG “merkt” das Bilder viral werden und sich daraufhin die Rechte besorgt, muss ich die Frage stellen “WIE” zur Hölle HGM das merkt?! Das Internet besteht mittlerweile aus wie vielen Seiten?

            Selbst wenn ich jetzt mal unterstelle es gäbe Bots, die Material (wir reden hier ja nicht nur von Bildern) tatsächlich anhand bestimmter Kriterien auf potentielle “Viralität” hin untersuchen können und dann darauf hinweisen, muss ich fragen, wer diese Treffer dann überprüfen soll. Stelle ich den Filter zu grob ein, ersticke ich in der Trefferflut, stelle ich ihn zu fein ein, entgehen mir viele Dinge. Und selbst die durch einen sehr sehr sehr feinen Filter erzeugten Treffer müssen dann gecheckt werden. Wer ist der Urheber, wer hat die Nutzungsrechte, sind diese Rechte käuflich, was kosten sie, wieviele Nutzer gibt es bereits und wieviele davon nutzen das Material ohne Genehmigung und wie sieht meine potentielle Marge Y bei Kaufpreis X und Risiko Z aus etc.pp.

            Und dann natürlich die Frage, wie bei einem solchen Vorgehen – sollte es tatsächlich so ablaufen – ausgerechnet ein Bild wie der “Snake-Cake” dabei herumkommt. Sind wir doch mal ehrlich, unter “viral” versteht man sicher etwas anderes, als ein Foto von einem, zugegeben, originellen Kuchen, den nebst ein paar Tausend Leuten auf Facebook gerade mal die Leser einiger Blogs überhaupt wahrgenommen haben. Das schließt einen besonders feinen Filter doch eigentlich aus; wieviele Millionen Treffer von Bildern, die deutlich populärer sind, hätte ein Bot bei einer solchen Suche zuerst ausgespuckt, bevor der “Snake-Cake” auf der Bildfläche erschienen wäre?

            Ich möchte, wie gesagt, nicht bestreiten, dass es auch so wie von dir und den Bloggern geschildert abgelaufen sein könnte. Aber für sehr wahrscheinlich halte ich dies unter den gegebenen Umständen nicht – tut mir leid.

          • Ich halte es nicht für unwahrscheinlich.
            Ich setze einen Praktikanten hin und lasse ihn bestimmt Blogs auf virales Verhalten durchsuchen ( ab in einen Feedreader mit bekannten Verteilern ). Dabei suche ich mir große amerikanische Blogs aus und erkenne schnell was läuft. Nun habe ich ja schon ein gewisses Netzwerk an ausländischen Agenturen die ich anfragen kann ob sie ein bestimmtes Bild schon vorrätig haben oder ich recherchiere selber.
            Der Rest ist Makulatur und leicht verdientes Geld, weil ich weiss wie “geil” deutsche Blogger auf bestimmten Content anspringen.
            Mit allem Verständnis, ich persönlich gehe von Absicht aus und sehe diese Abmahnungen als virales Monetarisieren.

          • Benny

            Ist nicht einfach das Thema 🙂
            Ich versuche das mal zu sortieren, bevor wir hier völlig abgleiten:

            Möglichkeit 1)
            Die Verwerter beschaffen sich das Material im_Nachhinein_, also erst nachdem der Kram bereits viral ist.

            Möglichkeit 2)
            Die Verwerter lassen Mutti täglich 9gag durchforsten, um potentielle Hits frühzeitig zu entdecken, _bevor_ diese viral gehen.

            Möglichkeit 2 ist sicherlich mit einem Praktikanten zu bewerkstelligen, der allerdings auch nur einen winzigen Bruchteil dessen abdeckt, was täglich so gepostet wird. Hier hatte ich den Einwand angebracht, dass es tausend Praktikanten bräuchte, um auf diesem Wege halbwegs verlässlich virale Hits herauszufiltern und damit dicke Kohle zu scheffeln, woraufhin du mir ein “FALSCH” entgegengeschmettert und auf die Bots verwiesen hast.

            Die Bots wiederum sind zwar in der Lage ihnen bekannte Bilder, oder bekannte Merkmale von Bildern im Netz zu finden, können aber nicht wissen, ob ein ihnen unbekanntes Bild viral geht und wären damit nutzlos für Möglichkeit 2.

            In jedem Fall handelt es sich hierbei aber auch nicht um ein _nachträgliches_ Abzocken, da die Bilder ja vorher entdeckt und gekauft werden.

            Was hier angeprangert wird ist aber doch Möglichkeit 1, zu der ich oben weiter mal geschrieben habe, dass ich mir schlecht vorstellen kann, wie genau das ablaufen soll.

            Der Verwerter müsste wissen, welche Bilder auf Blogs innerhalb des deutschen “Rechtsgebietes” vorhanden sind und dann herausfinden, welche davon auf möglichst vielen Blogs gleichzeitig zu finden sind (es würde ja wenig Sinn machen die Rechte an einem Bild zu erwerben, mit dem man am Ende lediglich 3 Leute abmahnen kann).

            Dann müsste er herausfinden welche davon überhaupt urheberrechtlich geschützt sind und inwiefern die bisherigen Nutzer ggf. bereits über ein Nutzungsrecht verfügen, um sich dann bei den verbliebenden Bildern um die Nutzungsrechte zu bemühen.

            Das ist keine Arbeit, die ein Praktikant, oder auch einhundert Praktikanten erledigen könnten und software-technisch ist es meines Wissens (noch) nicht möglich unbekannte Bilder in Gänze hundertausendfach miteinander zu vergleichen.

            Das mag auf Basis bestimmter – vorab bekannter(!) – Merkmale wie Logos, Größe, Tag, Hell/Dunkel etc. möglich sein, aber dazu müssen diese Eigenschaften eben erstmal bekannt sein. Ein Abspeichern von Bild A und anschließender Vergleich mit B, Vergleich von A und B mit C usw. zieht mit steigender Anzahl an Bildern eine exponentielle Steigerung nach sich, die in Anbetracht der Vielzahl zu kontrollierender Bilder jede Rechenkapazität sprengen würde.

            Was in kleinem Rahmen funktioniert, wie Christian das hier in einem Beitrag ja schonmal spaßeshalber angedeutet hat (Bild suchen, Fotograf anschreiben, Rechte kaufen, dann 5 Leute abmahnen und sich über nen zusätzliches Monatsgehalt freuen) ist im großen Maßstab halt nicht drin, weil da eben nicht nur “das eine”, zufällig entdeckte, Foto Gegenstand ist, sondern die Terabyte an Galerien von hunderten Blogs, die Bild für Bild durchgegangen werden müssten.

            Oder um es vielleicht mal an einem anderen Beispiel zu verdeutlichen:

            Wenn deine Freundin ständig mit einem anderen Kerl chattet, wirst du vermutlich den Verdacht haben, dass sich dich mit ihm betrügen könnte und den Typ im Auge behalten.

            –> (Vorheriges Einkaufen potentieller viraler Hits)

            Findest du zufällig heraus, dass deine Freundin dich betrügt, wird es dir nicht schwer fallen den Typ aufzuspüren und deinen Meinungsverstärker spüren zu lassen.

            –> (Zufallstreffer/Praktikantenarbeit)

            Solange du aber gar nichts von irgendeinem Typen weißt, kämst du ja auch nicht auf die Idee ~40 Millionen deutscher Männer daraufhin zu untersuchen, ob sie deiner Freundin gefallen könnten.

            –>(Nachträgliches Einkaufen viraler Hits)

          • DeineMutter

            Ich kann dir nur sagen, es gibt nichts, was es nicht gibt. In technischer Hinsicht sind alle Sachen möglich… Bots sind so klug, wie ihr Erschaffer. Ich würde mir ein paar Indikatoren raussuchen (9gag, Huffington Bilder etc), halt Orte, an denen Memes früh entstehen können. Die Scrape ich dann mehrmals am Tag. Entweder ich checke dann Keywords /Titel nach Gemeinsamkeiten, und füge noch ein Scoring für den Social Buzz hinzu (z.b. Nummer von Likes oder Komentaren im Verhältnis zum Posting Datum) und generiere so eine Liste von. z.B. 10 heißen Bildern pro Tag.. Oder ich lasse einfach alle Bilder + Daten in einem Ordner speichern und checke manuell nach vielversprechenden Kanditaten (Version für Lamer). Der Rest ist dann anmailen, Rechte kaufen und reifen lassen. Das Limit ist die persönliche Vorstellungskraft.

          • Benny

            Ich widerspreche dir in dieser Hinsicht ja gar nicht. Einem Bot musst du halt sagen wonach er suchen soll. In deinem Beispiel überlegst du dir halt ein paar Indikatoren an denen deiner Meinung nach ein künftiger viraler Hit gemessen werden kann. Vielleicht hast du damit Glück, vielleicht hast du am Ende des Tages aber auch einfach nur die Nutzungsrechte für 10 “awwww, sweet kitties”-Bildchen. Wie auch immer – es geht hier um das_nachträgliche_ (ich kanns nicht oft genug betonen *g*) einkaufen von Bildchen mit dem Ziel die unerlaubte Verwendung derselbigen gewinnträchtig abzumahnen.

            Wie willst du deine Bots programmieren, damit sie Bilder finden,

            – Die ohne Nutzungsrechte verwendet werden
            – Deren Nutzungsrechte noch zu haben sind

            – Oft genug verwendet werden, um unter Strich Gewinn abzuwerfen
            – und von denen du ansonsten nichts weißt?

            Und wie erklärst du dir, dass, wenn es derartige Suchroutinen tatsächlich gibt, ausgerechnet ein Bild wie der hier angesprochene “Snake-Cake” dabei herumkommt? Das Bild ist alles andere als “viral” und findet kaum irgendwo im deutschen Raum Erwähnung.

          • DeineMutter

            Alles nur ein Zahlenspiel. Ich muss doch gar nicht das ganze Internet kontrollieren, um einen positiven ROI für diese Methode zu erhalten. Wenn ich am Tag 10 Bilder für 200 Euro kaufe (wir haben hier ein Tagesbudget von 500,- in Adwords, 200 am Tag für Bilderrechte wäre Peanuts), dann habe ich bei ner 5 Tageswoche 200 Bilder im Monat. In meiner Datenbank hätte ich eine Liste aller relevanten Keywords meines Bilderbestandes. z.B. “Snake cake”. Ich würde mir halt einfach nen Bot bauen, der Facebook etc nach meiner Keywordliste abbarbeitet. Halt-Stop, besser: Ich pflege meine Keywordlist in google alerts ein und lasse die die Drecksarbeit machen. Ich analysiere die URLs dann nur noch durch ne 400,- Kraft oder nen Philipino für 300$ Vollzeit auf Matches mit meinem Bild. Positiver ROI sollte wirklich einfach sein.

          • Benny

            Wir reden leider total aneinander vorbei 😉

            Es geht hier um den Verdacht, dass hgm.press NACHTRÄGLICH Bilder einkauft, um dann Blogger abmahnen zu können, die diese Bilder bereits verwenden.

            Du sprichst davon Bilder VORAB – also bevor sie verwendet werden – einzukaufen und anschließend dann die Verwendung DEINER Bilder zu kontrollieren.

            Der Verdacht lautet, dass hgm.press gewerbsmäßig so vorgeht. Also darauf wartet, dass irgendwelche Bilder durch Blogger verwendet werden, um dann, nachdem bereits ein Verstoß gegen die Nutzungsrechte vorliegt, diese Nutzungsrechte zu erwerben, um auf diesem Wege mit der Abmahnung jener Verstöße Geld zu verdienen.

            Und meine Frage, die ich zu diesem Verdacht gestellt habe, war:
            “Wie soll hgm.press derartige Bilder in größerem Stil auftreiben?”

            Wie kann ich Bilder, von denen ich keine Kenntnis habe, suchen lassen?

          • DeineMutter

            sorry, meine Antwort ist vor deinen Fragen gelandet

          • Benny

            >>>Schnell einkaufen und ruhig verhalten, warten bis es einmal rum ist und dann abmahnen.<<>>Es ist nicht schwer, Bilder zu finden, die momentan einen Social Buzz
            verursachen (Pinterest, Twitter hashes etc). Wenn du die Keywords dieser
            Bilder in Google Alerts eingibst, brauchst du nichtmal nen bot. Du
            bekommst eine Liste mit Foren und Blogs frei haus.<<<

            Das mag bei ein paar Bildern pro Tag, die gerade so richtig "angesagt" sind gut funktionieren (da tuts im Zweifel sogar die Mail des Arbeitskollegen). Wie aber soll das mit einem Bild wie dem "Snake-Cake" funktionieren? Um derartige Bilder aus der gehobenen Unterschicht aufzuspüren (im Sinne der Popularität), müsste dein Filter schon sehr grob eingestellt und deine Trefferliste dementsprechend unglaublich groß sein. Wie filterst du die weiter?
            Wie findest du in dieser Liste Bilder

            Ich zitiere mich mal selbst:
            <<<
            – Die ohne Nutzungsrechte verwendet werden
            – Deren Nutzungsrechte noch zu haben sind
            – Oft genug verwendet werden, um unter Strich Gewinn abzuwerfen
            <<<<

            Die Top10 der meist ge-liked, ge-twittert, ge-linkt oder kommentierten Bilder eines Tages ausfindig zu machen ist sicherlich technisch realisierbar. Die jeweiligen Urheber/Rechte-Inhaber ausfindig zu machen dann aber schon schwieriger (wenn z.B. nicht angegeben).
            Das Ganze aber mit der Top100, Top500 oder Top1000 durchzuziehen und dann in 100, 500 oder 1000 Fällen den Rechte-Inhabe ausfindig zu machen und zu kontaktieren halte ich für unmöglich automatisierbar…und ein Bild wie den "Snake-Cake" findet man sicherlich nicht oberhalb der Top500.

            Deshalb meine Vermutung: Der hier geäußerte Verdacht ist weit hergeholt. Es scheint deutlich wahrscheinlicher, dass es sich beim "Snake-Cake" um ein Bild aus dem Bestand handelt, dass mit den – u.a. auch von dir hier beschriebenen Methoden – überwacht und abgemahnt wurde.

          • DeineMutter

            Ich halte es für technisch machbar (für mich persönlich machbar, nicht durch James Bond oder so) die von mir umrissene Methode mit positivem ROI hinzubekommen. Ich kann natürlich nicht sagen, ob ein alter Mann das auch genau so gemacht hätte. Aber wie mir scheint, ist es ungewöhnlich, dass das Snake Bild so schnell nach dem Verzehr im Medienbestand eines Abmahners landet, so ganz aus Versehen. Die ganze zeitliche Komponent ist hier höchst suspekt. Weiter oben hast Du die Chronologie erstellt, HGM ist nicht von vornherein Rechteinhaber, sondern nachdem es im Ausland etwas Exposure hatte aber bevor es in D gepostet wurde. Das würde dem entsprechen, wie ich es auch machen würde.

            Zu deinen Fragen
            Google Alerts ist btw quasi realtime.

            “Wie findest du in dieser Liste Bilder

            Ich zitiere mich mal selbst:
            <<<
            – Die ohne Nutzungsrechte verwendet werden
            – Deren Nutzungsrechte noch zu haben sind"
            Guck nach was in Amiland gutgelaufen ist, nimm vorrangig Photos oder Illustrationen, nicht Memes oder Massenware. Sachen, die leicht jermandem zuzuorden sind. Du wirst relativ leicht ein Quelle finden (manuell, nicht per Bot, einfache Arbeit für einen Menschen, Quellenangaben verfolgen, keyword recherche etc) Schnapp sie dir.
            "- Oft genug verwendet werden, um unter Strich Gewinn abzuwerfen"
            Unwchtig, ein paar Abmahnungen und du bist im Plus. 1 einzige kann den Aufwand schon lohnen.

            " Es scheint deutlich wahrscheinlicher, dass es sich beim "Snake-Cake" um
            ein Bild aus dem Bestand handelt, dass mit den – u.a. auch von dir hier
            beschriebenen Methoden – überwacht und abgemahnt wurde."
            Das sehe ich doch genauso, achso jetzt verstehe ich Deinen Punkt. Sorry wir haben wohl doch etwas aneinander vorbei geredet. Also ich glaube das der Rechteeinkauf meist nach Auftauchen im Ausland und vor dem Posten in D passiert. Kann natürlich aber auch zeitlich enger beieinander liegen, wenn jemand wirklich hip ist und das Bild einen Tag nach der Huffington repostet, wird der Rechtekauf dann ja erst nach dem deutschen Bloggen passieren.

          • Benny

            >>>

            Das sehe ich doch genauso, achso jetzt verstehe ich Deinen Punkt. Sorry
            wir haben wohl doch etwas aneinander vorbei geredet. Also ich glaube das
            der Rechteeinkauf meist nach Auftauchen im Ausland und vor dem Posten
            in D passiert.

            <<<

            Now I can die in peace!

            😉

          • DeineMutter

            “Du sprichst davon Bilder VORAB – also bevor sie verwendet werden – ”
            Nein, sie werden verwendet, aber in einem Markt abseits meines Zielbereiches. Z.b. will man in D abmahnen, guckt aber nach Bilder, die bereits in den US von A Potential zeigen. Schnell einkaufen und ruhig verhalten, warten bis es einmal rum ist und dann abmahnen.

            “Verdacht, dass hgm.press NACHTRÄGLICH Bilder einkauft, um dann Blogger abmahnen zu können, die diese Bilder bereits verwenden. ”
            Es ist nicht schwer, Bilder zu finden, die momentan einen Social Buzz verursachen (Pinterest, Twitter hashes etc). Wenn du die Keywords dieser Bilder in Google Alerts eingibst, brauchst du nichtmal nen bot. Du bekommst eine Liste mit Foren und Blogs frei haus.
            “Wie kann ich Bilder, von denen ich keine Kenntnis habe, suchen lassen?”
            Die Bilder brauchen an sich gar nicht groß viral werden. Es werden tausende Bilder am Tag gepostet, da sind genug bei, bei denen die Rechte ein Apfel und ein Ei kosten, und die trotzdem irgendwo in nem deutschen Blog landen (google Alerts).

            Andere “tolle” Idee: Mangelndes Impressum auf FB Seiten. Bot wäre schnell gemacht. Kann nur allen empfehlen, ein Impressum hinzuzufügen. Ich hoffe irgendwann begreift mal einer der Politiker, dass das deutsche Abmahnwesen eine Geißel des dt. Internets ist und verändert werden muss.

  • giano
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