Warum wir mehr Respekt vor den Scorpions haben sollten – Ein Rückblick

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Irgendwann Ende der Neunziger war sich Deutschland einig: Die Scorpions sind doof, Winds of Change will keiner mehr hören, Klaus Meine soll im After von Gerhard Schröder verschwinden. Als Sinnbild für doofen Deutschrock für den Fernsehgarten darf man den Scorpions gerne vorwerfen, ihre Legende mies bis gar nicht gepflegt zu haben. Fakt ist jedoch: In den 70ern waren die Hannoveraner das Sexuellste zwischen Großburgwedel und Pjöngjang.

Die Kollegen von Dangerous Minds erinnern gerade voller Demut an die Transgender-Sex-Hymne “He’s a woman, she’s a man” aus dem Jahr 1978. Im Wesentlichen geht’s darin um Sex mit allem und die Überwertung von Geschlechtern, wenn’s um nackte Geilheit geht. Kurz: Ein super-progressiver Song, den die sogar im deutschen Fernsehen performt haben – wahrscheinlich direkt nach Roger Whitaker. Damals verstand man in Deutschland noch nicht so viel Englisch, entsprechend klatschte das Publikum im Takt zu homoerotischen Fantasien. Wir stellen exakt ab heute das Scorpions-Bashing ein. Winds of Change und so.

I saw it walking lonely down the street
Cool like a cat and like a crazy dream
I’m looking twice again and can’t believe

It turned around and then it looked at me
I thought “oh, no” it really couldn’t be
It was a man and was a woman too

He’s a woman – She’s a man
He’s a woman – She’s a

I think it really came from far away
I’m feeling hypnotised, I have to stay
It takes my hand and says come on let’s go

We’re going home there’s nothing more to say
He starts to move she starts to play
I need a body, why not you?

He’s a woman – She’s a man
He’s a woman – She’s a woman

Und jetzt checkt den Tanz ab 1:14. Gegen Klaus Meine war Iggy Pop ein Leichtmatrose. Meine hat’s nur nicht ständig so raushängen lassen.


via dangerous minds

Alientampon – Warum Deutschland auch mal andere Filme braucht

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Selbst ausgemachte Arthouse-Freaks geben hinter vorgehaltener Hand zu, dass die Berlinale manchmal unerträglich ist. Produzenten verlegen jede Story in den Iran, weil Filme aus dem Iran irgendwie immer gewinnen, die Jury kuriert sich nach 80 Stunden “wichtigen Filmen” mit einer Doppelstaffel Simpsons und duscht sich hinterher mit kochendem Wasser die Sünde vom Leib. Immer wieder fällt die Vokabel “Bullshitnale”. Zum Glück gibt es mit der Genrenale ein in allen Belangen erfrischendes Konter-Event. Dort werden ausschließlich Filme präsentiert, für die sie einen an der Filmhochschule erschießen würden: Filme, die Spaß machen: Horror, Science-Fiction, History-Splatter, Porno-Drama etc.

Wofür die Veranstaltung konkret steht, zeigt der hammergeile Beitrag “Alientampon” von Jan Zenker, Max Lais und Hanno von Contzen. Solche Filme sind in Deutschland Karrierekiller, Wim Wenders würde sogar unter falschem Namen Morddrohungen aussprechen. Aber ganz ehrlich: Ein Film, in dem ein von Aliens übernommener Tampon die Trägerinnen zu Killern macht, ist tausendmal überraschender als die hundertste Geschichte einer Freundschaft im Iran. In Zeiten des Krieges. Unter Homosexuellen. Von denen der eine bind ist. Und der andere Auschwitz-Überlebender.


Danke Max

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