DIE JOGGINGHOSE FÜR DEN KOPF

Den Habeck machen – Wir brauchen ein Social-Media-Verbot für Abgeordnete

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FOTO: Olaf Kosinsky CC BY-SA

Hä? Der von vielen als einer der progressivsten Politiker Deutschlands gerühmte Grünen-Chef will seine Social Media Kanäle kappen? Ist der übergeschnappt? Vielleicht ist die Entscheidung so mindblowing progressiv, dass wir sie erst später verstehen. Für mich ist Habeck jetzt schon der Mann des Jahres, weil er möglicherweise unfreiwillig eine der überfälligsten Debatten überhaupt angeschoben hat: Wie hilfreich sind tweetende oder postende Politiker für die Demokratie?

Aber der Reihe nach: Zunächst wurde Habeck unterstellt, er habe nicht die Eier, sich der öffentlichen Auseinandersetzung zu stellen und würde sich beleidigt zurückziehen, weil zu viele Menschen zu böse zu ihm waren. Diese Menschen haben ganz offenbar Habecks – für mich historische – Argumentationsführung nicht gelesen. Der Mann will nichts Geringeres als seine Seele retten. Oder wie Habeck sagt:

“Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein – und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen. Offenbar bin ich nicht immun dagegen.”

Erstmal Hut ab für das Eingeständnis eines Politikers gegen irgendetwas nicht immun zu sein. Tragischweise wird jedem Wald-und-Wiesen-Politiker ins Hirn geprügelt, man müsse einen Social-Media Account haben. Warum? Weil man Menschen heutzutage nur noch auf Social-Media-Kanälen erreicht? Weil man als Politiker von gestern gilt, wenn man immer noch nicht auf Twitter ist? Weil Obama so cool war?

DIE SCHLECHTESTEN DEBATTEN-KANÄLE DER WELT

Bislang habe ich noch keinen Politiker gesehen, der durch seine Social-Media-Präsenz an Würde oder Profil gewonnen hat. Im Gegenteil: Social-Media normiert Sprache, Haltung und Reflexe, weil es jeden Nutzer konditioniert, die maximale Resonanz zu erreichen. Dabei wird immer wieder vergessen, dass Twitter und Facebook keine öffentlich-rechtlichen Kommunikations-Plattformen ohne Gewinninteressen sind. Es sind Unternehmen, die mit einem hochprofessionellen Anreizsystem so viel Interaktion wie möglich erzeugen müssen, um darüber möglichst komplexe Nutzer-Profile für maßgeschneiderte Online-Werbung erstellen zu können.

Man kann mittlerweile das komplette Silicon Valley mit Studien zu tapezieren, die belegen, dass Zwischentöne die geringsten und Extrempositionen die höchsten Interaktionsraten auf allen Social-Media-Kanälen erzeugen. Mit anderen Worten: Wir haben uns Debattenkanäle ausgesucht, die für Debatten ungeeigneter nicht sein könnten, weil Hysterie mit Resonanz belohnt wird, während Moderates gefiltert wird. Nicht zwingend von Algorithmen, sondern bereits im Kopf, weil wir mit der Zeit lernen, was „performt“ und was nicht. Und dann passiert genau das, was Habeck beschreibt:

“Twitter desorientiert mich, macht mich unkonzentriert, praktisch, wenn man in Sitzungen verstohlen aufs Handy schaut. Grundsätzlich, weil ich mich dabei ertappt habe, wie ich nach Talkshows oder Parteitagen gierig nachgeschaut habe, wie die Twitter-Welt mich denn gefunden hat. Und das ist die Schere im Kopf. Als wäre Politik eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Dass man so redet, wie es das Medium will.”

Den letzten Satz darf man sich gern unters Kopfkissen legen. Die öffentliche Debatte passt sich den Regeln von Facebook, Twitter und Konsorten an. Und damit muss die Frage erlaubt sein: Darf ein Abgeordneter Kommunikations-Kanäle nutzen, die ihr Geld mit der gezielten Förderung von Extrempositionen verdienen? Also, wenn das jemals kommt, dann ist die Demokratie am Arsch. Moment mal…

Es ist weniger eine Forderung, als ein Gedankenspiel: Was passiert, wenn es Abgeordneten grundsätzlich untersagt wird, über Social-Media-Kanäle zu kommunizieren? Der Grund ist ein Konflikt zwischen den Gewinninteressen von Social-Media-Services und den Ansprüchen der Demokratie. Und vielleicht könnte sich die Sache mit dem Rechtspopulismus gleich mit lösen.

Nur mal so in die Runde gedacht.

Hacker-Angriff – Das Bekennervideo

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Es waren nicht die Russen, es waren keine Profis, es war kein Inside-Job: Der Hack war ein klassisches Kinderzimmer-Kommando, wobei ich dem Täter raten würde: Sag einfach, Du wolltest auf Computer-Sicherheit in Deutschland aufmerksam machen. Fakt ist: Der Cyberkrieg hat gerade erst angefangen. Hier das Bekennervideo samt Motiven.

Escape from Weihnachten – Ein Point-And-Click-Adventure für Weihnachtshasser

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Um es mal ganz deutlich zu sagen: Es kann nicht sein, dass wir jedes Jahr den Geburtstags eines Trickbetrügers feiern, der mutmaßlich einer Affäre entsprungen ist und in dessen Namen mehr Menschen ermordet wurden, als in allen Kriegen zusammen. “Das Fest der Liebe” ist ein Slogan des Einzelhandels, in Wirklichkeit opfern sich angeblich aufgeklärte Menschen jedes Jahr aufs neue einem perversen Sozialexperiment, in dem Menschen zusammengepfercht werden, die nicht ohne Grund voreinander geflüchtet sind.

Oh ja, ich hasse Weihnachten! Wer’s cool findet und die passende Familie dazu hat, herzlichen Glückwunsch. Allen anderen widmet das Browser Ballett eine Mischung aus Browser Game und Katharsis: Das Point-And-Click-Adventure Escape from Weihnachten soll allen zur Zerstreuung dienen, die dieses Fest ums Verrecken nicht einsehen. Ziel des Spiels: Irgendwie wegkommen. Wie im das Leben ist es ultraschwer (harrharr!), aber nicht unmöglich. Jetzt gratis auf escapefromweihnachten.com

Alpha-Kevin allein zu Haus – Eine Weihnachtsgeschichte gegen die Immobilienmafia

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Während so langsam die weihnachtliche Seligkeit durch die Köpfe wabert, dürfen wir eines der größten Probleme Deutschlands nicht vergessen: Die Mieten sind zu hoch! Die Politik interessiert das einen Scheiß, aber es gibt ja noch die Kultur. Alpha-Kevin allein zu Haus ist eine David-gegen-Goliath-Geschichte aus der Gegenwart für die Gegenwart und kommt mit wärmsten Empfehlungen vom Browser Ballett. Viel Spaß damit.

The Real Cola von Booster – Eine deutsche Kampfansage an Coca-Cola WERBUNG

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Wie wir alle wissen, ist der Weihnachtsmann eine Erfindung von Coca-Cola. Die Konsum-Imperialisten aus den USA haben den netten Onkel in ihre Markenfarben gehüllt und damit ganz subtil eine christliche Identifikationsfigur gekapert. Man munkelt, die CIA habe die Kampagne unterstützt, um die Sowjets mürbe zu machen. Peter Scholl-Latour soll auch mal gesagt haben: Coca-Cola ist der erste kapitalistische Propaganda-Methode zum Trinken.

Jetzt greift EDEKA den Brausekonzern im Kern an: Die neue Eigenmarke The Real Cola von Booster ist nichts weniger als der Versuch, Weihnachten aus den Klauen der Ultrakapitalisten zu befreien. Das Flaschenmotiv Klammerschwanzaffe als Geheimmaskottchen der sozialrevolutionären Zapatisten ist ein geschickt gewählter Wink mit dem Zaunpfahl, gleichzeitig wurde im ersten Spot für den Drink die komplette Coca-Cola Bildsprache geraubt. Die Frage ist nicht, ob Trump EDEKA den Krieg erklärt, sondern wann.

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