Perfider Geniestreich – BILD bedient PEGIDA für satten Traffic

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Jawoll! Jetzt brechen auch die letzten moralischen Dämme bei BILD. Die Schlagzeile “Christen sollen im Weihnachts-Gottesdienst muslimische Lieder singen” ist genau so meisterhaft wie bösartig. Es wird gezündelt, dass einem die Spucke wegbleibt, gleichzeitig lässt der Artikel genug Spielraum zum sich blöd stellen und zu sagen: Da steht doch auch “Tolles Zeichen des Zusammenlebens”. Wer demnächst ein griffiges Beispiel für Perfidie braucht, das hier ist perfekt. Der Artikel ist erwartungsgemäß durch die Decke gegangen und wir Online-Hasen wissen: Mehr Traffic gibt mehr Kohle. Dass solche Artikel 100 Prozent Nährstoff für die Intoleranzbewegung sind, ist nicht nur Nebeneffekt, sondern Ziel.

Und hier für den Journalisten-Nachwuchs ein Step-by-Step-Tutorial, wie man an solche Schlagzeilen kommt:

1. Bärenfalle auslegen.

Die Autoren Karina Mößbauer und Ralf Schuler lockten den Grünen-Menschenrechtsexperten Omid Nouripour mit einem Anruf, der Folgendes anregt:

Wir bringen zu Weihnachten ja immer gute Nachrichten. Und da haben wir uns gefragt, ob es nicht eine schöne Idee wäre, wenn in christlichen Weihnachtsgottesdiensten muslimische Lieder gesungen würden.

Dieser antwortete, es sei in seinen Augen eine bescheuerte Idee. Wenn überhaupt könnte es eine Art Tausch geben: Muslimische Lieder in der Kirche, christliche Lieder in der Moschee.

2. Bingo rufen

3. Artikel schreiben.

Das ist handwerklich meisterhaft. Aber auch eine knallharte Frechheit. Wie astrein der Plan aufging, erklärt das neue BILD-Bewertungssystem:

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via bildblog

Diese seltsamen, klugen Plakate überall

Dieser Tage sieht man vereinzelt sehr kluge Plakate ohne Absender. Das ist schon mal ziemlich cooles understatement, macht aber auch neugierig. Hier ein Entwurf aus der Serie “Dinge zu Ende denken macht Spaß”. Weiß jemand, wer dahinter steckt?

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