Style aus aller Welt – Mann mit Melonen-Maske sorgt in Pekings U-Bahn für Verwirrung

Neues vom Individualismus: In Peking sichteten mehrere Pendler einen Mann mit einer Melonen-Maske. Der Daily Telegraph berichtet, die Person sei von der Polizei befragt worden, jedoch hatte man nichts Konkretes gegen ihn in der Hand. Wär ja auch noch schöner. Soll man jetzt jedem mit XXL-Hipster-Brille die Bullen auf den Hals jagen, nur weil er scheiße aussieht? Wir sagen: Lasst Melonen-Mann in Ruhe.

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Lasst uns die Dummen rauswerfen – Eine Polemik zum Auschwitz-Gedenken

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Och nöööööö, eigentlich wollten wir hier heute einen von A bis Z lustigen Tag fahren. Aber es gibt halt Vollidioten. Die gab’s schon immer. Nur herrschte vor dem Internet in den relevanten Medien-Kanälen eine qualitative Selektion. Da durften nur Leute reden, schreiben und senden, die dazu auch qualifiziert waren. Das war bestimmt nicht immer fair und viele, die was zu sagen hatten, bekamen nie die Chance dazu. Aber immerhin wurde die reflektierte Mehrheit vor den Gedanken der Dummen und Verhärmten geschützt. Gleichzeitig wurden die Dummen und Verhärmten vor sich selbst geschützt.

Zum Auschwitz-Gedenken der ARD gibt es wieder viele TV- und Print-Specials zu einem Thema, das komplett und ohne Umwege die Gegenwart prägt. Aktualität bekommt das Ganze durch die Tatsache, dass viele Zeitzeugen langsam aussterben. Und es darf als gesicherte Annahme gelten, dass diese Menschen noch Geschichten in sich tragen, die sie nicht mit ins Grab nehmen möchten. Wenn da jetzt zu junge, zu alte, zu dumme, oder zu einsame Menschen fordern, man solle die alten Kamellen mal langsam zu den Akten legen, dann ist die Antwort: Fresse! Und zurück in Eure Löcher!

Der Holocaust darf in zehn Millionen Jahren nicht zu den Akten gelegt werden und jetzt werden wir ausnahmsweise mal elitär: Es gibt genug Menschen, die sich zur deutschen Vergangenheit äußern dürfen. Doch wer nicht die intellektuellen Körner mitbringt, noch nicht soweit ist, oder seinen geistigen Zenit schon lange überschritten hat, der gehört mit aller Gewalt dorthin zurückgedrängt, wo er oder sie hingehört: In das verschissene Loch, in der die Welt klein und einfach ist. Da darf man dann mit LEGO seine Sicht der Dinge für sich selbst und seine Idioten-Freunde nachspielen. Aber hier draußen, wo Menschen reflektiert und voller Hoffnung für Frieden, Gerechtigkeit und die Solidarität der Nationen kämpfen, da habt Ihr die Fresse zu halten.

Eure Sorgen muss man nicht ernst nehmen. Man muss keine Scheiße ernst nehmen. Die Politik muss Euch auch nicht ernst nehmen, die soll schließlich wichtig von unwichtig trennen. Fürs Erste solltet Ihr in Euren Löchern verschwinden, aber sicherlich muss man mittelfristig über Integrationsprogramme für die Dummen nachdenken. Aber nicht heute. Heute lesen wir folgende Scheiße und sagen: Mehr Härte gegen dumm.

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Musicless Musicvideo Beastie Boys Edition – Fight For Your Right ohne Musik

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Mario Wienerroither toppt sich mal wieder selbst: Dieses Mal radierte er die Original-Tonspur von Fight For Your Right aus, um die vermuteten Set-Klänge des Welthits der Beastie Boys akustisch nachzustellen. Neben dieser immer wieder geilen Idee schwelgen wir in Nostalgie: So ist man früher, als man noch nicht für jeden Scheiß gehatet wurde, auf der Party aufgetaucht. Man muss nicht alles übernehmen – es sind einfach andere Zeiten heute. Aber wir sollten uns definitiv wieder angewöhnen, uns nach der Ankunft erstmal eine Flasche über dem Kopf zu zerdeppern. Und überhaupt: Wann hatte ein Musikvideo jemals ein so großartiges Intro?


Danke Mario

Teenie Leaks – U-18 Martin Luther klärt uns über jung sein 2015 auf

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Oh ja, ein wichtiges Buch. Geheimnisträger Paul Bühre hat da den spannendsten Enthüllungsroman geschrieben, der uns in den letzten Jahren unter die Monokel gekommen ist. Der Mann ist 15 und macht aus dieser Not eine Tugend, indem er schreibt, wie das so ist mit dem 15 sein. Mit der Lakonie eines Weltkriegsveteranen erklärt er ganz genau, warum aufs Handy glotzen das neue Fußballspielen ist und warum wir trotzdem nicht fürchten müssen, dass da eine Generation von Digital-Zombies für unsere Rente gerade stehen muss.

Das Buch mit dem tollen Titel “Teenie Leaks” hat viele Facetten, uns Internet-Hasen erster Stunde interessiert besonders, ob die Digital Natives Baujahr 2000 tatsächlich schon zu 51 Prozent Maschine sind. So bekommen wir unter anderem exklusive Einblicke in das moderne Baggern:

Was auch praktisch an Facebook ist: dass man damit ganz einfach mit dem Mädchen seiner Träu-
me in Kontakt kommen kann, selbst wenn man sich nicht wirklich kennt. Schnell eine Freund- 35 schaftsanfrage verschickt, mit einem Profilbild, das man vorher mit einem Tönungseffekt verschönert hat, und dann ganz unauffällig anfangen zu chatten.

Junge: »Hi.«
Mädchen: »Hi, kennen wir uns?«
J: »Jetzt schon, wie findest du Twilight?« M: »Edward!!!«
J: »Oder? Voll geil …«

Grundsätzlich liegt’s in der Natur der Sache, dass man mit 15 noch kein reflektiertes Bild seiner Generation zeichnen kann bzw. hätten wir in dem Alter Gang-Kriege zwischen Delmenhorst-Nord und Delmenhorst-Süd erstunken und erlogen. Aber Bühre schafft den literarischen Todes-Spagat, gleichzeitig sachlich zu berichten, ohne dabei altklug zu wirken. Ullstein als Verlag freut sich dabei über die einzigartige Zielgruppe: Das Buch sollte jeder gelesen haben, der mal jünger als 16 war. Klare Empfehlung. Empfehlenswert ist auch das Interview dazu von Hörbuch-Sprecher Julian Greis:


Danke Robert

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