Das Corporate Design der Bundesregierung und die BundesSerif

Wir wehklagen jeden Tag über den Verein, aber über den Look der Bundesregierung hat sich bislang noch keiner ausgelassen. Wie gerne würden wir sagen: Ihr seid nicht nur scheiße, Ihr seht auch noch scheiße aus. Können wir aber nicht. Denn nicht nur sind die Schriften BundesSans und BundesSerif très chic, auch das Corporate Manual der Bundesregierung macht einen sehr eleganten Eindruck. Unser Lieblings-Element: Der korrekte Einsatz der Adlerkralle. Die Schriften gibt’s übrigens (noch) nicht auf “alternativen Bezugskanälen”. Haben schon gesucht.

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via samvimesmusic

Lernmaterialien aus der Hölle – Das Ikarus Informatik-Schulbuch

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Sandra Schön von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft beschäftigt sich hauptberuflich mit der Frage: Wie sollen Kinder heute lernen? Umso intensiver der Schock als sie spaßeshalber im Ikarus Informatik-Schulbuch ihrer Tochter blätterte. Auf knapp 160 Seiten wird da die komplette Bildungsmisere in puncto Neue Medien (wie man im Erscheinungsjahr 2004 noch gesagt hat) bebildert.

So ist das Buch in Ansatz und Sprache perfekt für die Generation Ü80, die auf den letzten Drücker doch noch mal dieses Internet kennen lernen wollen.

Elektronisch übermittelte Nachrichten sind Objekte der Klasse Nachricht. Sie können Objekte der Klasse Anhang enthalten.

Unter anderem warnt das Buch vor Chaträumen (wann waren wir das letzte Mal in einem Chatraum?) und erklärt die Wahl eines Pseudonyms als feige. Was das mit Informatik zu tun hat, weiß nur der Oldenbourg-Verlag. Wir denken gerade an Bildungspolitiker am Aschermittwoch, die ins Bierzelt donnern: Bei uns ist der Informatikunterricht seit 2009 Standard! Sandra Schön sieht die Sache so:

Ernsthaft: Dann lasst das einfach mit dem Schulfach Informatik sein. So bringt’s das auch nicht. Wenn sich Informatikunterricht im Jahr 2015 an diesem oder so einem Buch orientiert, kann man genau genommen auch gleich darauf verzichten. Weder vermittelt man damit hilfreiche Grundlagen, noch macht man Lust darauf, mit informatischen Kenntnissen die Welt zu gestalten.

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via sandra schön

Höhere Bildungsschichten dominieren Social Web – Nur nicht in Deutschland

Das ist doch mal eine interessante Statistik: Datenjournalist Andreas Grieß befasst sich dem Verhältnis Bildungsabschluss zu Social-Media-Nutzung in europäischen Ländern. Erkenntnis: Die Social-Media-Landschaft der Türkei wird mehrheitlich von Akademikern und Schöngeistern bevölkert und auch bei den Briten tweetet der Bildungsbürger leidenschaftlicher als der Lagerarbeiter. Deutschland blickt hingegen auf eine lange Tradition der top vernetzten Hetzer und Hohlbrote zurück, was dank Andreas Grieß sogar messbar ist. Diesen Artikel teilen wir erstmal über FB und Twitter.

In den meisten europäischen Ländern werden soziale Medien stärker bei Personen mit höheren Bildungsabschlüssen genutzt. Das zeigen Daten von Eurostat. EU-weit haben demnach 2014 rund 57 Prozent der Personen mit hoher formaler Bildung Soziale Medien genutzt. Bei den Personen mit mittlerer formaler Bildung waren es 47 Prozent und bei niedriger 34 Prozent. Deutschland und die Schweiz weichen von diesem Trend ab, der sich in den meisten europäischen Ländern abzeichnet.

Infografik: Höhere Bildungsschichten dominieren Social Web - außer in Deutschland | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista
via notebook guy

Die Krankenakte des Todespiloten – Jetzt exklusiv für BILDplus-Abonnenten

Es gibt ja Medien, die sich dieser Tage auf ihre Informationspflicht berufen und den Vorwurf von sich weisen, mit der German-Wings-Tragödie aufs Hässlichste Kasse zu machen. Und dann gibt’s die BILD. Die veröffentliche heute nicht nur Foto und Nachnamen des Co-Piloten (von uns verpixelt) sowie exklusive Aufnahmen des Hauses seiner Eltern, sondern fährt damit auch noch eine tolle Kampagne für das BILDplus-Abo. “Jahrhundertchance” hätte das der alte Axel Springer genannt.

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Geheimnisvoll verschwindet die Zeile mit den Details aus der mysteriösen Krankenakte des Todespiloten im Nichts. Na? Wär’s jetzt nicht ziemlich geil, unser Bezahlmodell zu testen?

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Das hier hat Springer-Chef Matze Döpfner übrigens gerade getweetet:

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