Schweinigate – Maden im Sommerloch

fuck-off-alphabet-soup

Vielen Medienbeobachtern steht dieser Tage die Kotze bis zum Hals. Der Grund ist ein Video mit dem bezeichnenden Titel BASTIAN SCHWEINSTEIGER SINGT “BVB HURENSÖHNE” !!!!!!!!!. Bezeichnend sind hier die neun Ausrufezeichen. Die sind ein guter Indikator für die Sprengkraft einer Story und Journalisten, die an Klicks gemessen werden, würden lieber ihre Mütter inklusive Zahngold verkaufen, als hier die Chance ihres Lebens zu verpassen: Skandal! Am liebsten auch mit neun Ausrufezeichen, aber man ist ja Qualitätsjournalist. Und dann allet rinn in den SEO-optimierten Artikel: Hohn, Spott, Geschmacklosigkeit, Hurensohn, Hurensöhne, Hurensoehne (für Leser im Ausland), Skandahl (für Leser mit Rechtschreibschwäche) und ganz wichtig: Shitstorm (damit’s auch einer wird).

Und jetzt sagen wir Euch Akademiker-Kindern mal was: Man kann völlig frei von der Backe weg das Wörtchen Hurensohn singen und das trotzdem nicht so meinen. Ja wirklich. Große können das. Genau so wenig glauben wir, dass ein Marcel Schmelzer vom BVB gerade rotz und Wasser in das Kissen des Kinderpsychologen weint, weil der Schweini zu ihm Hurensohn gesagt hat. Wie schon beim Gaucho-Song gilt auch hier: Wer sich von solchen Fan-Shantys beleidigen lässt, hat leider ein individuelles Problem, weil er ernst nimmt, was nicht ernst zu nehmen ist. Ungeduldig beobachten wir unterdessen die Twitter-Repräsentanz der Grünen. Wann kommt endlich der Hinweis, dass Sexarbeiterinnen nicht als Schimpfwort herhalten dürfen? Außerdem zahlen die Steuern.

Am Ende sah sich Schweinsteiger zu einer öffentlichen Video-Entschuldigung genötigt, was nicht nötig, aber vielleicht doch das Beste war. Mario Basler würde sich im Grab umdrehen, zum Glück lebt er noch. Fakt ist: Die brav auswendig gelernte und juristisch kugelsichere Video-Entschuldigung wird ein weiteres Medien-Phänomen des Social-Media-Zeitalters sein, in dem Sportler neben dem Platz das Leben eines UNO-Generalsekretärs führen müssen. In den USA gab es mal eine Kampagne namens Restore Sanity, in der heißgelaufene Medien gebeten wurden, zurück zur Vernunft zu kommen. Vielleicht auch ein Konzept für Deutschland. Beschwerden des Bundesverbands der Akademiker-Kinder bitte öffentlich unter #akigate.

Oh my gosh, I am massive – Ein Pubertierender bei der Selbstbewunderung

omg-i-am-massive-600x330

Es heißt ja, man soll in seinem Leben immer ganz feste an sich glauben und hart an sich arbeiten. Insofern macht dieser junge Mann schon alles richtig. Wir wünschen ihm ganz viel Glück bei seiner Mission (er scheint es auch wirklich zu wollen). Und wenn es für die hundert Girls on the Beach am Ende doch nicht reicht, kann er ja immer noch Motivationstrainer werden. In jedem Fall ist das der beste Spiegelmonolog seit Robert DeNiro in Taxi Driver.

via blogbuzzter

Gauck in Bedrängnis

Das Waffensystem der Zukunft – Der TMNT Pizza-Panzer

turtlertoy

Oh. Mein. Gott. Das folgende Video zeigt drei Dinge, die mir das Herz aufgehen lassen: Die besten Schildkröten der Menschheitsgeschichte, aka die Teenage Mutant Ninja Turtles, schmackhaft mit Käse und Tomatensoße belegte Teigfladen und eine Big Fucking Gun. Ich hätte ja nicht für möglich gehalten, dass dieses Ding jemals in einer real existierenden Variante zu sehen sein sollte, aber wurde auf geniale Weise eines Besseren belehrt.

Mit diesem Prachtstück lassen sich allen Ernstes 14″-Pizzen verschießen, die eure Freunde, Feinde oder Shredder mit der brachialen Gewalt von Teig, Käse und Peperoni appetitlich eins auf die zwölf geben. Ausgeklügelte Technik, Waffenbezug und Pizza – eine echt gewordene Kinderfantasie.

via Sploid

Herr Hanf auf der Anklagebank – ein Musterbeispiel deutscher Ingenieurskunst

1431036_79595246

Solche Geschichten schreibt nur das Leben – oder die deutsche Gerichtsbarkeit: Lucas B., 31-jähriger Elektrotechnikstudent, hat seit 2010 im hessischen Hattersheim in einer Wohnung Cannabis angebaut und seine Geschichte könnten sich die besten Drehbuchschreiber nicht ausdenken. Erstens mietete er die Wohnung unter dem Namen Herr Hanf, denn „wo das so offensichtlich an der Klingel steht, gucken sie als Letztes“.

Nachdem die Polizei seine offensichtlich perfekt ausgeklügelte Anlage – zeitweise mit Autokühlern aus sechs Fiat 500 ausgestattet – mit über 250 Pflanzen hochnahm, kommentierte er die Ausbeute von 900 Gramm vor Gericht locker-flockig mit “Mickrig.” Jetzt, aufgrund von weiteren 16 gefundenen Kilo zu zwei Jahren auf Bewährung und 4800 Euro Strafe verurteilt, hagelt es unerwartetes Lob von Polizei und Richter – und die Zitate sind pures Gold.

„Das war super gebaut“, stellte ein Polizist vor Gericht fest. „Andere Leute hätten Probleme gehabt, das zu machen, im technischen Sinne“, sagte B., der mit Eifer dabei war, die vielen Fragen nach der Funktionsweise seiner Anlage zu beantworten.

Die ersten Ernten waren ihm verbrannt, sagte er, später hat er es besser gemacht. So gut, dass ihn selbst der Richter am Landgericht in Frankfurt adelte: „Sie haben gute Qualität zu fairen Preisen verkauft.“ Drei Monate ließ B. seine Pflanzen reifen, mancher Plantagenbesitzer schafft das in sechs Wochen. „Bio-Tomaten brauchen auch länger als die wässrigen“, kommentierte B., der Elektrotechniker ist, seine landwirtschaftliche Hingabe. Sollte der Anbau von Cannabis-Pflanzen irgendwann legal sein, so der Staatsanwalt: B. wäre der richtige Mann dafür.

via Nerdcore

Powered by WordPress. Designed by Woo Themes